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.So
entstand einstmals . . die Insel
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Entstehungsgeschichte
der Insel Fehmarn
Fehmarn
ist durch Abtrennung von Wegrien zur
Insel geworden
Während
alte, uns bekannte Kulturen auf eine vieltausendjährige Geschichte
zurückblicken können, hat Fehmarn seine ungefähre heutige
Form überhaupt erst vor ca. 4000 Jahren gefunden.
Die
Entstehungsgeschichte Fehmarns beginnt mit dem Zurückweichen des
Eises der letzten Nacheiszeit. Das Eis der vorletzten Eiszeit, der "Saaleeiszeit`,
bildete die Hohe Geest im Westen Schleswig-Holsteins. Das Eis der 142000
Jahre später folgenden "Wechseleiszeit" bedeckte bis vor
ca. 18000 Jahren wie ein riesiger Ostseegletscher die Länder im Norden
und den Osten Schleswig-Holsteins.
Der
in Eisfelder und Gletscherzungen zerlappte Eisrand schmolz nicht kontinuierlich
ab. Es kam wiederholt zu neuen kilometerweiten Eisvorstößen,
die die mitgeführten Moränen stauchten und teilweise zu über
100 m hohen Moränenbergen auftürmten. So entstanden die Hüttener
Berge, die Duvenstedter Berge und als höchste Aufstauchung der Bungsberg,
der mit 164 m heute Schleswig-Holsteins höchster Berg ist.
Das
Schmelzwasser floß nach Westen ab und füllte die Landschaft
zwischen der Hohen Geest und dem tauenden Eisrand im Osten mit Sand und
Geröll auf. Es gab das frei, was es uns in Form von Moränen
aus Granit, Sandstein, Leptit oder Porphyr aus Skandinavien mitgebracht
hatte.
Nach
dem Abtauen des Eises im Bereich der westlichen Ostsee blieb um die heutige
Insel Fehmarn und die dänischen Inseln flaches Land zurück,
das nur von nacheiszeitlichen Flüssen in den ehemaligen Schmelzwasserinnen
durchzogen wurde.
Im
Bereich von Fehmarn und Wagrien kam der im Alttertiär gebildete Untergrund
wieder zum Vorschein, der genau gesagt, in der vierten Stufe des Unterozean,
vor rund 40 Millionen Jahren, aus Meeresablagerungen entstanden ist. Er
besteht aus Tarras, einem grünen kalkfreien Ton (Kolloid Ton), dessen
Bestandteilchen kleiner als 0,01 mm sind, selbst die größten
Teilchen erreichen nicht einmal einen Durchmesser von 0,1 mm. Da sich
in oder unter diesen Tonschichten nur selten Grundwasser in ausreichenden
Mengen bilden kann, waren auf Fehmarn viele Brunnenbohrungen vergeblich.
Zu
der Zeit aber, vor über 10000 Jahren, als bei uns das Eis geschmolzen
war, lag über Schweden und Norwegen noch die eiszeitliche Decke.
Als auch dieses Eis schmolz, entstanden riesige Wasserbecken, deren Wasser
über das heutige Gebiet von Gotland zum Skagerrak abflossen. Vom
Druck des ständig weiter nach Norden abziehenden Eises befreit, begann
sich die Erdoberfläche Skandinaviens zu heben. Wenn man bedenkt,
daß 1 m3 des Eises 900 kg wog und daß Skandinavien und das
Ostseebecken mit einer z. T. 2000 m mächtigen Eisdecke überzogen
waren, kann man sicher ermessen, welch gewaltiger Druck mit dem Abtauen
des Eises von der Erdoberfläche genommen wurde. Die Erdhebung war
mit rund 275 Metern am größten in Angermanland, einem Gebiet
ca. 400 km nordöstlich von Stockholm, und flachte dann konzentrisch
bis zu einer Nullinie ab, die in unserem Bereich über Nordjütland,
schräg über die Insel Seeland und zwischen Rügen und Bornholm
zur pommerschen Küste lief.
Südlich
dieser Linie kam es zu einem deutlichen Absinken der Erdoberfläche.
Die Landsenkung betrug in Schleswig-Holstein ca. 25 m. Die jährliche
Senkung variierte zwischen 1,2 cm und 7,8 cm.
Nun drang wieder Meerwasser über das
Skagerrak und weiter über die ehemaligen eiszeitlichen Förden
und Schmelzwasserrinnen in das flache Becken der westlichen Ostsee ein.
Hinzu kam, daß durch das Tauen der Eismassen der Wasserspiegel der
Meere überall stieg. (Die Eisbildung hatte den Meeren zuvor derart
viel Wasser entzogen, daß der Meeresspiegel um mindestens 60 m gesunken
war.)
Im
Jahre 7000 v. Chr. befand sich die Uferlinie im Bereich der westlichen
Ostsee ungefähr bei der heutigen 25 mtr. Tiefenlinie, 6000 v. Chr.
bei der 16 mtr. Linie und 3000 v. Chr. bei der 9 mtr. Linie.
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Fehmarn unterstand
im 18 Jahrhundert dem Zarewitsch von Russland
Herzog Karl Friedrich wird von Schleswig
vertrieben und heiratet als politischen Schachzug 1725 die Zarentochter
Anna Petrowna. Deren Sohn Karl Peter besteigt 1762 den Zarenthron und
wird nach halbjähriger Regierungszeit ermordet. Seine Witwe, Katharina
II., leitet über Casper von Salden Ausgleichsgespräche mit Dänemark
ein, die 1773 zu einem Verzicht des Thronfolgers Paul 1. auf seine Gottorfer
und Holsteiner Anteile führen.
Am Ende der Napoleonischen Kriege trat Fehmarn
als Brückenkopf zu dem verbündeten Friedrich VI in Erscheinung.
Vom Nothafen Presen ging eine Depeschenpost nach Kopenhagen, und ins November
1813 verließ hierüber eine letzte dänische Abteilung Holstein.
n der Schleswig-Holsteinischen Erhebung" von 1848 -185 1 fand auf
Burgtiefe ein Feuergefecht statt. Im Deutsch-Dänischen Krieg wurde
die Insel in der Morgenstunde des 15. März 1864 von 160 Preußen
"im Sturm" erobert und am 12. Januar 1867 zur preußischen
Provinz "erhoben".
Der
zweite Weltkrieg ließ dieses Eiland unversehrt. Die Einwohnerzahl
stieg durch den Strom der Flüchtlinge auf nahezu das Doppelte. Dazu
kam ein Reservelazarett und 43.000 internierte Marinesoldaten, die in
Schulen und den mächtigen Bauernscheunen ihr Strohlager fanden.
Und doch hing das Damoklesschwert über
dieser "Goldenen Krone im blauen Meer": Die Sowjets verlangten
in den "Londoner Verhandlungen" Fehmarn als ihr Besatzungsgebiet.
Nur der Geschichtskenntnis des britischen Unterhändlers William Strang
"Diese Insel gehört seit alters her zu Schleswig-Holstein",
verdankt das "strategische Auge der westlichen Ostsee" seinen
Verbleib bei der englischen Besatzungszone und somit der Freiheit.
Seit 1903 fährt über den 1200 m
breiten Fehmarnsund ein Damptrajekt, 1905 verkehrt eine Insel Eisenbahn.
Die Fehmarnsundbrücke wird am 30. April 1963 eingeweiht und die internationale
"Vogelfluglinie" über Puttgarden nach Dänemark am
14. Mai 1963 eröffnet.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Der
dreißigjährig Krieg
(1616 - 1648)
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Die Wirren des Dreißigjährigen
Krieges' verschonten auch Fehmarn nicht. Kaiserliche Truppen zerstörten
1627 die Burg Glambek. Nach einem Seegefecht mit den Dänen landetet
am 29 Juni 1644 ein schwedisches Kontingent bei Puttgarden und traf auf
das von dänischen Soldaten unterstützte Fehmarnsche Landesaufgebot.
In der folgenden Schlacht fielen 75 Fehmarner - und die Fehmarnsche
Jeanne 'd'Arc, Marens Tiedemann aus Neujellingsdorf,
die mit den Ihren' als Fahnenträgerin in den Kampf gezogen war.
Ihre Geschichte müsste eigentlich jeden Filmproduzenten begeistern.
Der Landschreiber Conrad Friedrich Schmalfeldt (1594 - 1651) hat des Dramas
vollen Lauf für die Nachwelt festgehalten: Die Bauerntochter Marens
Tiedemann sollte mit dem Sohn eines Großhauern verlobt werden. Jedenfalls
war das der Plan ihrer Eltern.
Marens allerdings zog es zu dem weniger begütertem Sohn eines Lemkenhafener
Schiffers. Leider fuhr der Geliebte ebenfalls zur See, kam nicht wieder
und galt als verschollen. Tatsächlich war er im Mittelmeer gefangen
genommen und in Nordafrika als Sklave verkauft worden. Marens, von ihren
Eltern massiv dazu gedrängt, nun doch endlich der Bauernsoli il zu
ehelichen, ergriff die Flucht und schloss sich unerkannt in Männerkleidern
den Truppen der Inselverteidiger an.
Als es zum Kampf mit dem Schweden kam und der Bannerträger fiel,
ergriff Marens die Fahnen und führte die weichenden Fehmaraner mehrere
Male zurück ins Gefecht, bis sie selbst der Tod ereilte.
Was nun aber jeder Produzent als "kitschig" empfinden würde,
trat im wirklichen Leben ein: Denn gerade als der Alarm von der bevorstehen
Landung der Schweden erscholl, erreichte, der aus der Sklaverei entflohene
Geliebte der Marens Tiedemanns die heimatlichen Gestade. Stehenden Fußes
nahm auch er an der Schlacht bei Puttgarden teil und kam dabei ebenfalls
zu Tode - womit einmal mehr bewiesen wäre, dass die tragischsten
Stücke immer noch das Leben selbst schreibt.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpfleg
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Nur
noch die Grundmauern stehen von der einstmals stolzen Festung Glambek
König Waldemar der Sieger, der damalige Statthalter und spätere
Amtmann der Insel Fehmarn, ließ zur Sicherung seiner Macht im Jahre
1210 auf der Sandnehrung, (der "Deepe" - Tiefe), eine prächtige
Backstein-Festung errichten. Die Lage war strategisch günstig, da
man von der Festung aus den Fehmarnsund und die Lübecker Schifffahrt
kontrollierte.
Umgeben von einem tiefen Burggraben präsentierte sich die Burg damals
als luxuriöses Domizil der längst vergangenen Größen
des Mittelalters.
Der Haupteingang an der Ostseite war 2,77 Meter breit. Man sieht in der
Mauer noch die Rille des früheren Fallgitters. Die
Außenmauern der früheren Burg sind 75 Meter lang, von Osten
nach Westen und von Süden nach Norden ca. 34 Meter breit.
Mit im Verteidigungssystem der Burg eingebaut war der frühere Burgwart
an der Nordoststrecke des Gemäuers. Dort, wie auch an der Südostecke
der östlichen Mauer, standen vor der Zerstörung zwei hölzerne
Türme, die mit einem hölzernen Wehrgang verbunden waren. Von
dort aus schossen bzw. warfen die Verteidiger mit Armbrüsten und
anderen mittelalterlichen Waffen auf ihre Feinde.
Links vom Haupteingang war die Wachstube für die Burgherren. An der
Südseite der Burg waren die Wohnräume für die Burgherren,
und ihre Damen. An der Nordseite befanden sich die Wirtschaftsräume
und Kammern für die Burgbesatzung, sowie das Wirtschaftspersonal.
Man sieht hier noch einige Reste von früheren Feuerstellen und Backöfen.
Innerhalb des Burggeländes stößt man auch auf vier alte
Brunnen. Ein Brunnen befindet sich noch im Burgverlies und ist heute mit
Feldsteinen überschüttet.
Die dicken Stein- und Ziegelmauern des Burgverlieses bildeten auch den
Eingang zu einem früheren, unterirdischen Gang. Dazu kursieren zwei
Sagen auf der Insel: Einmal soll ein Gang unter dem Burger Binnensee durch,
bis in die Burger Kirche hineingegangen sein. Der anderen Sage nach sogar
unter der Ostsee durch, bis zum Gute Siggen in Holstein. Beide Sagen entsprechen
nicht der Realität. Reste eines unterirdischen Ganges fanden sich
1908/1910 tatsächlich, doch war es nur ein kurzer Entweichgang für
die belagerte Burgbesatzung; der vom Burgverlies in etwa südöstlicher
Richtung lief und an der Westmauer des heutigen Wartturms endete. Er war
1908 größten Teils zerstört bzw. zugeschüttet. Ein
Bild der gesamten Anlagen ließ sich aber erst rekonstruieren, als
man die Reste der Burg 1908 freilegte. Eine Aufzeichnung von den Resten
besitzt der Heimatforscher Peter Wiepert/Bisdorf, der als 18 jähriger
junger Mann oft bei den Ausgrabungen mithalf.
An der Westseite des Burggeländes befand sich früher ein zweiter
Eingang. Hier war eine so genannte Pechnase angebracht, mit der man heiße
Pechflüssigkeit auf die Eroberer spritzte. Reste davon wurden ebenfalls
bei der Freilegung der Burg gefunden.
Auf dem Burggelände wurden bei den Ausgrabung mittelalterliche Topfscherben,
Reste von Tierknochen und Speiseabfällen, Waffenfragmenten und mittelalterlichen
Münzen gefunden.
Die aufregende Geschichte des Bauwerkes zieht sich wie ein Leitfaden durch
die Jahrhunderte. In den Jahren 1416 - 1426 wurde die Burg mehrfach gestürmt,
erobert, wiedergewonnen, und dabei mächtig "ramponiert.
Aber immer wieder gab es Menschen, die den Neuaufbau betrieben. Die Rückeroberung
von Glambek, 1450, wurde von den Vitalienbrüdern durchgeführt
und es ist ein schönes Beispiel dafür das auch das aufwendigste
Bollwerk gestürmt werden kann, wenn nicht Brachialgewalt, sondern
Witz und Verstand angewendet wird. Die Angreifer waren nur ungefähr
200 Mann stark. Sie erschienen in stockfinsterer Nacht vor der Burg und
simulierten lautstark das Getöse einer Furchterregenden Armee, die
sich auf einen Sturmangriff vorbereitet. Sie klapperten mit den Waffen,
schwenkten Sturmleitern und gaukelten der schlotternden Burgbesatzung
mit rauhen Kommandos wie "Die Lübecker an die Ostflanke!"
oder "Wo sind die Hamburger? An die Leitern!" eine erdrückende
Übermacht vor, gegen die ein Kampf von vornherein aussichtslos zu
sein schien. Gegen das Versprechen, frei abziehen zu dürfen, ergaben
sich die Burgverteidiger noch vor dem Morgengrauen. Frechheit siegt und
die Vitalienbrüdern hatten einen neuen Stützpunkt. Hier verbrachten
sie die wärmeren Monate des Jahres, womit bewiesen ist, dass die
Badesaison auf Fehmarn nicht erst im vergangenen Jahrhundert erfunden
wurde.

Die Vitalienbrüder jedoch
verstanden es, ihr grausames Gewerbe mit dem Aufenthalt auf Fehmarn zu
verbinden. Immer wieder wurden die Schiffe der Kaufleute ein Opfer der
Seeräuber. Die Beute verschwand in dunkle Kanäle und die gefangenen
Seeleute in den Kellerverließen der Burg Glambek, von denen mancher
nie wieder das Licht des Tages erblickte. Irgendwann machten die Freibeuter
dann den Fehler, ein Schiff der Hanse anzugreifen, was dieser Verteidigungspakt
deutscher Hafenstädte sich nicht gefallen ließ. Wieder wurde
die Festung Glambek angegriffen, im Verlauf der Kämpfe völlig
demoliert und die überlebenden Seeräuber einen Kopf kürzer
gemacht.
Heute präsentieren sich nur noch einige Mauerreste, die als Brutplatz
für Seevögel dienen und der den Burgplatz umspannende Wassergraben.
Die abenteuerliche Geschichte, die wohl eine der Bewegtesten auf der Insel
Fehmarn sein dürfte, lässt sich allerdings nur noch erahnen.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpfleg
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Die Insel Fehmarn hat seit der Zurückdrängung
der im 7. Jahrhundert eingewanderten slawischen Abotriten durch das sächsische
Reiterheer Graf Heinrichs von Badewides im Winter 1138/39 nicht weniger
als 26 landesherrliche Besitzerwechsel zwischen wendischen Fürsten,
dänischen Königen, Holsteiner Grafen, Schleswig-Gottorfer Herzögen
und schließlich am 15. März 1864, der preußischen Insel-Erstfirmung,
zu überstellen gehabt.
Das 165 Quadratkilometer große Eiland
zählte bis 1320 zum: alten dänischen Krongut. Die Niederlage
von König Waldemar 1227 bei Bomhöved änderte nichts an
der Zugehörigkeit Fehmarns zum dänischen Reich und er fortschreitenden
niederdeutschen Besiedlung. Die erstmalige Insel-Belehnung an einen Angehörigen
des Holsteiner Herrscherhauses der Schauenburger Grafen brachte eine große
politische Unruhe.
König Christophs' II. wurde 1320 nur mit der
tatkräftigen Wahlhilfe seines Halbbruders des Holstengrafen Johann
111. (später "der Milde"), zum Rex der Dänen gekürt
und Versprach diesem hierfür die Insel Fehmarn als erbliches Lehen.
Des neuen Königs Wortbrüchigkeit
führte zu erbitterten kriegerischem Auseinandersetzungen, zumal beide
Fürsten auf der Insel zahlreiche, gleichstarke Anhänger besaßen.
Letztlich endete der sechsjährige Machtkampf
mit der Entthronung Christophs und erheblichen Belehnung des ersten Schauenburger/Holsteiner
Grafen mit Fehmarn am 15. August 1326 durch den neuen König Waldemar
III. Graf Johann "milderte" das allzu Harte Landrecht und bestätigte
in einer "Handfeste" die Altererbten Privilegien, Freiheiten
und Rechte der "völlig selbständigen Insel Fehmarn als
besondere Landschaft". In der "Consules der Opidi Borch"
fügte er klärend auf Niederdeutsch hinzu: "Dat ganze Land,
dat mine Land!". Des Milden "Handfeste" blieb' bis zum
"Neuen Landrecht" von 1555 durch Johann den Olden das Fehmarnsche
Grundgesetz. Die für Fehmarn folgenschwerste Auseinandersetzung mit
der dänischen Krone, dem Schauenburger Herrscherhaus geschah am 1.
Juli 1420 durch König Erich VII. der Pommerer: Es kam zu einem verheerenden
25-jährigen Krieg von 141(_?) bis 1435 mit weitflächigen Verwüstungen
des schönen Landes zwischen den beiden Meeren.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Steinfischen
-
Steine an der Angel ?
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Noch vor kurzer Zeit gab es
in Burgstaaken eine ganz besondere Angel-Disziplin: Steinfischen.
Diese Profession hatte eine Tradition, die bis zum Beginn des 19. Jahrhundert
zurückreichte. Steine wurden überall als Baumaterial gebraucht.
Einen Steinbruch gab es auf Fehmarn jedoch nicht. Aber an den Küsten
und auf dem Meeresgrund lagen jede Menge Steine herum, die nur eingesammelt
werden mussten.
In den Anfängen wurde die Steinfischerei mit Flachbooten und Flößen
in unmittelbarer Küstennähe betrieben. Es war ein relativ risikoloses
Geschäft. Die Fischer segelten möglichst nahe ans Ufer oder
direkt an Steinriffe heran und nahmen nur solche Steine auf, die ein Mann
alleine problemlos heben und ins Boot legen konnte. In Burgstaaken
wurde die Ladung dann nach Gewicht bezahlt.
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Steinfischen komplizierter. Die
am leichtesten zu erreichenden Gründe waren oft schon abgesucht ,
an einigen Uferstellen (z.B. vor Katharinenhof) war die Steinfischerei
verboten worden, weil die Entfernung der Felstrümmer den natürlichen
Küstenschutz gefährdete. Jetzt wurden die Steine aus tieferem
Wasser geholt. Dabei standen zwei Fischer gleichzeitig im Wasser, im Sommer
mit nackten Beinen, während des Winters mit langen Lederstiefeln
oder mit Hosen aus eingefettetem Segeltuch. Mit den Füßen wurde
ein geeigneter Stein und dessen Lage vorsichtig ertastet. Dann wurde die
Schlinge eines Seils ergriffen und von beiden Fischern um den gewählten
Stein herumgelegt. Dazu mussten beide Männer vornübergebeugt
und mit dem Kopf unter der Wasseroberfläche arbeiten, was neben Kraft
und Geschick auch ein hohes Maß an Fertigkeit im Luft anhalten erforderte.
Mittels einer handbetriebenen Winde wurde die Beute dann ins Boot' gezogen.
Nicht selten glitt die Schlinge dabei ab und der Stein fiel zurück
ins `Nasser, was auch für die beiden Fischer nicht ungefährlich
war. Durch den Ausbau des Burgstaakener Hafens erhielt die Steinfischerei
großen Auftrieb. Für die Molen und Befestigungen wurde eine
Menge Material benötigt. Die Fischer perfektionierten ihre Technik:
Man fischte mit Stock und Zange. Mit dem Stock wurde der Stein vom Boot
aus ertastet, mit der Zange ergriffen und über eine ausgesägte
Stelle hinweg an Bord genommen.
Zur Arbeit wurde schon vor dem Morgengrauen ausgelaufen, denn wenn bei
klamm Wetter die Sonne zu hoch stand und allzu stark auf das Wasser schien,
war der Grund durch die starke Reflektion des Lichts nicht gut auszuspähen.
Um dann trotzdem noch an einer ergiebigen Fundstelle weiterarbeiten zu
können, wurde manchmal zwischen zwei Booten ein Blendsegel ausgespannt,
unter deren Schatten der Boden wieder besser zu sehen war.
Es ranken viele Geschichten um die Steinfischerei und die Steinschläger.
Wir haben zwei für Sie ausgewählt:
Da
es auf Fehmarn nicht genug Steinschläger gab, ließ der Kaufmann
Schacht einige aus den Provinzen Brandenburg und Pommern nach Fehmarn
kommen, die es besonders gut verstanden Pflaster-, Kant - und Reihensteine
auszuschlagen. Darunter war ein gewisser Stravetzky der allgemein nur
Köm-Korl genannt wurde weil er oft und gern Schnapsgläser "andickte".
Seine Frau war ein gefährlicher Besen, die, wenn Karl "ansegeln"
kam, sich nicht scheute, ihrem "Korlemännchen" wie sie
ihn in guten Tagen nannte, mit dem Scheuerbesen aufs Dach zu steigen und
ihn gehörig zu verdreschen. Wenn Korlemännchen" nachher
wieder nüchtern war hatte er eine gewaltige Wut auf die "Altsche."
Die ließ er dann beim Steinschlagen an den einzelnen Steinen aus,
die ja verschieden hart, auch leichter oder schwerer zu "vertöppern"
waren.
Wenn er dann schlug, machte er das in einem bestimmten Takt indem er einen
Selbstgemachten Vers dabei murmelte. Der hieß in seinem Pommerschen
Dialekt: "De Steien ist feien, geitet kleien!", wenn
ein Stein gut auseinander zuschlagen var. Wenn es aber ein bläulicher
war, der schwerer spaltete, holte "Köm-Korl" hoch Luft
und pustete immer ergrimmter dabei.
" De Steien - dat Schweien - au au! - ist blau - kriggt Hau -
wat tau! - as min - Frau!" Bei "as min" ließ
er den Hammer etwas länger über den Kopf in der Luft schweben,
um ihn dann besonders hart und grimmig auf den Stein niedersausen zu lassen.
Denn in seinen Gedanken war es ja "die Altsche", die den harten
Schlag bekam. Seine Kollegen hockten sich, wenn "Köm-Korl"
so vor sich hin wütete; und sagten dann untereinander: "Haha!
Korl het sik wedder mal mit de Altsche vertörnt!" Sie nahmen
seinen Vers auf und "sangen" ihn später manchmal mit, wenn
sie in besonders guter Laune waren.
Und noch bis nach 1900 kannten ihn einige alte Steinschläger. Fiede
Beet, der nach Amerika auswanderte nannte den Vers .....................................................................
..................................................................."Köm-Korl
sin Vader unser".
Die meisten Pflaster- und Kantsteine in unserer
Inselstadt sind im Laufe der Jahre aus Steinen gemacht, die um Fehmarn
herum aus dem Wasser gefischt waren. Der aus Segeberg zugewanderte Diederich
Diesel, nach Ihm seine Söhne, haben sie alle in Reih und Glied eingelegt.
Diederich war ein Künstler in seinem Fach, der aber, wie es bei den
alten Steinschlägern wohl üblich war, auch nicht gerade der
Buddel aus dem Wege ging. Und wenn er dann im Badstaven heimwärts
"segelte" rief die alte Triene R. an der Ecke hinter ihm her:
"O Diederich, O Diederich, wat rükst du hin wer krüderig!"
Diederich konnte "dat Mensch" nicht ausstehen - ließ sich
jedes Mal "auf den Baum bringen", spukte überzeugt aus
und schrie sie an: "Ulle Satan! Geiht di dat an!" Es
war ja noch in der "guten alten Zeit."
Im 20. Jahrhundert wurde im Zuge des technischem, Fortschritts auch die
Steinfischerei moderner. Taucher wurden eingesetzt, Kräne und motorisierte
Seilwinden. So ließen sich auch große Steine aus tiefen Gewässern
ziehen. Die Ausbeute wurde, wie schon in den Jahren zuvor, am Kai des
Burgstaakener Hafens entladen und gleich
hier von Steinschlägern bearbeitet.
Bis in die achtziger' Jahre hinein gab es Steinfischer in Burgstaaken.
Die von ihnen geborgenen Steinen fanden vielfach Verwendung. Die Hafenmolen
von Rodby, Kopenhagen, Cuxhaven und Kiel enthalten vor Fehmarn gefischte
Steine, ebenso das Ehrenmal von Laboe: Natürlich
wurden die Steine auch auf Fehmarn selbst verbaut, doch nicht allein in
Burgstaaken. Auch als die Mole von Puttgarden
im Rahmen des Vogelfluglinien-Fährverkehrs ausgebaut wurde, machten
die Steinfischer ihren Schnitt.
Und wenn man sich dann wieder zurück nach Burg
begibt, sollte man einmal die Aufmerksamkeit von der Pracht der schönen
Allee auf die Straße selbst lenken: Der Staakensweg ist auf voller
Länge mit Kantsteinen und Kopfsteinpflaster aus dem Meer bestückt.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Kapelle
St. Jürgen -
ein gruseliges Kapitel
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Am Kapellenweg 13 befindet sich die Kapelle des Stiftes St. Jürgen.
Auch diese Kapelle stammt aus mittelalterlichen Zeiten, bereits 1399 wurde
sie urkundlich als Siechen haus erwähnt. Und auch in diesem Fall
gilt: Wer alt wird; erlebt viel - und nicht immer Angenehmes. So musste
die innen mit Malereien aus dem 15. Jahrhundert geschmückte Kapelle
1807 unter dänischer Besatzung schon mal als Pulverkammer und Pferdestall
herhalten. An den Gärten des St. Jürgen-Stifts lag einst der
Richtplatz der Landschaft Fehmarn, auf dem die Opfer der zahlreichen Hexenprozesse
verbrannt und die während der Folter Verstorbenen sowie die Selbstmörder
verscharrt
den. Die Zeit des Hexenwahn ist nicht nur auf Fehmarn ein besonders dunkles
Kapitel der Geschichte. Welches Ausmaß dieser Irrsinn hatte, machen
Zahlen deutlich: Allein zwischen 1620 und 1 660 wurden auf Fehmarn über
100 Menschen als Hexen verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.
Auch hier auf Burgtiefe machte der Hexenwahn nicht halt. Vielleicht lag
es an der dichten Lage zur Burg Glambeck Im Bereich des alten Voss-Haases
wurde bei den der Hexerei Verdächtigen die "Wasserprobe*' durchgeführt.
Dem Opfer wurden die Hände über den Kreuz an die Füße
gebunden. Dann wurde es in einem Boot auf das Meer hinaus gerudert und
über Bord geworfen. Versank es, galt die Unschuld als erwiesen, blieb
es an der Oberfläche, war es überführt und reif für
die Folter und Scheiterhaufen. Die durch die spezielle Fesselung gekrümmten
Kandidaten die zudem meist noch Ölgetränkte Wollkleidung trugen,
sanken in der Regel nicht.
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Von den jetzigen 42 fehmarnscheu
Dörfern sind bereits 36 mit noch heute erkennbaren Namen, wie Pottgardae,
Pudzae, Fathersthorp, Wollwe, Gol, Stobaerthorp, Mizaenthorp, Petaersthorp,
Bondemaersthorp, Preazniz etc. aufgeführt - eine seltene Siedlungskonstanz.
Die Stadt Burg wird in dem "Waldemarschen Erdbuch" als "castra",
befestigte Burg, bezeichnet.
Für eine frühe Stadtqualität dieser wendischen "castra"
aus dem 8.Jahrhundert spricht die hohe Steuer Veranschlagung für
"Schenken und Verkaufs Tabernen" von 140 Mark. Nach Dokumenten
einer Kaufmanns-Ausstellung anlässlich der 850- Jahrfeier Lübecks
1993 im Burgkloster, wurden
bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Handelsbeziehungen
von "Borghaebye" (Burger Stadthafen), mit der Lübecker
Hanse unterhalten. Die "Kornkammer Schleswig Holsteins" lag
für Lübeck vor der Haustür. Die frühe Ausfuhr des
begehrten, besonders großkörnigen fehmarnscheu Weizens nach
Flandern, England und Norwegen bedingte, eine der frühesten "Begabungen"
Burgs mit dem begehrten "Lübecker Kaufmannsrecht". Dies
geschah schon allein um Währung, Gewichtsmaße (Scheffelgrößen),
Lieferungsbedingungen, Verlusthaftung und nicht zuletzt das Straf-, Handels-
und Schiffsrecht in Einklang zu bringen.
Das "Lübische Recht" gehört zu den ergiebigsten deutschen
Rechtsquellen und hiermit ausgestattete Städte erhielten einen erheblichen
Vorteil gegenüber dem Lande.
In dieser Ratsmannsverfassung lagen die Anfänge der Selbstverwaltung
und sie schafften eine weitgehendste Freiheit der Kommunal-, Rechts-,
Markt und Handelsprivilegien, wie auch die Schwächung des Einflusses
des landesherrlichen Stadtvogts.
So entwickelte sich zwangsläufig eine politische Trennung zwischen
der Cvitas "to der Borch uppe Vemeren" und den Dörfern,
der "Landschaft" genannt, welche 1320 von König Christoph
11. mit dem harten "Fehmarnscheu Landrecht" belegt wurden. Letzteres
zog u.a. die Todesstrafe für "Friedensbruch" in der Kirche,
auf dem Thingplatz, auf dem Schiff, für Notzucht, Raub und Holzdiebstahl
im königlichen Wald (Staberholz) nach sich
Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Die
geschichtliche Entwicklung des Burger Hafens.
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Ein
Rückblick auf sechs Jahrhunderte
Erste Grundrisse des Hafens
glaubt man auf einer Karte zu finden die um 1652 erschienen sein soll.
Die Stadt Burg ist hier mit ihrem Ausläufer des Binnensees dargestellt
und der Bereich als alter Hafen
bezeichnet. Ein Ausläufer reicht bis zur heutigen Breiten Straße/Schulstieg.
Den geschichtlichen Ausführungen Georg Laages ist zu entnehmen, daß
diese Aufzeichnungen zwar einen hohen Quellenwert besitzen, jedoch in
keiner Weise zu belegen sind. Laage führt weiter aus, daß schon
im Jahre 1358 der Burger Stadthafen durch den dänischen König
Waldemar Vl. zerstört worden sein soll.
Die heutige Tiefe wird hier
als "Dat nye Deep" (vorher eine sehr schmale Einfahrt und "Hundegatt"
benannt)
bezeichnet. F. H. W. Sarauw vermutet in einer Ausführung um 1836,
daß der Neubau des Hafens in der Zeit der Verpfändung Fehmarns
an Lübeck von 1435-1490 geschehen sein könnte. Ende des 15.
Jahrhunderts habe der Amtmann von Glambeck, Heinrich von Ahlefeld, dem
dänischen König einen Neubau des Hafens empfohlen. Jedoch ist
erst ca. 30 Jahre später von der "Neuen Tiefe" die Rede.
Verfolgt man die Angaben genau, kommt man zu dem Ergebnis, daß die
Stadt Burg 200 Jahre ohne einen Hafen hätte Bestand haben müssen,
was jedoch schon zu dieser Zeit ein wirtschaftliches "Aus" bedeutet
hätte. Während eines Streites zwischen den Burgern und den Sahrensdorfern
Mitte des 18 Jahrhunderts, wird auf ein Recht der Burger aufmerksam gemacht,
welches der Dänische König um 1490 den Burgern zugestand. Darin
ist den Burgern der behalt des Hafens zugesichert worden. Jedoch kann
es sich nur um eine Feldscheide gehandelt haben, die sich zwischen Burg
und Sahrensdorf befunden hat. Ob diese Auffassungen einen hohen Wahrheitsgehalt
haben, ist bis heute unbestätigt. Lediglich durch Bodenfunde und
Proben ließe sich das belegen. In diesem Fall muß dann von
einer totale Verschlammung des Hafens auszugehen sein, und man suchte
ein "Neues Tief" was den Hafen bildete.
1739 sollen dann hier zwei Bollwerke entstanden sein. Die Landzunge war
für die Stadt
Burg Lösch- und Ladeplatz. Man erreichte ihn über den Binnensee.
Um Streitigkeiten mit den Sahrensdorfern zu vermeiden hielt man sich an
diese Wegführung. 1680 wurde dem Bau des ersten Hauses zugestimmt.
Hans Riemenschneider errichtete einen "Spickers", welches auch
für Reisende offen stand. Erst 1739 entstand ein zweiter Speicher.
Im Verlauf der Jahre hatte
aber der Hafen keinen sicheren Halt gegen die Gewalten der Natur. Die
damalige Landesregierung und der Magistrat verschufen hier keine Abhilfe,
so daß sich die Schiffer selbst bemühten und einen "Ballastgraber"
aus Kopenhagen herbeiholten. Auch Reparaturen am Bollwerk wurden durchgeführt.
Bezahlt wurde mit einem "Prinkengeld", völlig unnütz,
denn man wurde der Kraft der Natur nicht Herr. Ca. 1780 unternahm der
Zollverwalter und Kammerrat den Versuch, den Schiffern Hilfe zu gewähren.
Der Hafen war unrentabel für die kleinen Boote. Wiederum sollte der
Hafen von der Verschlammung der Sandbänke befreit
werden. Ein guter Lösch- und Ladeplatz sollte errichtet werden. Gleichzeitig
wurde an ein Winterquartier gedacht. Finanziert werden sollte dies durch
spätere verbesserte Zolleinnahmen, jedoch erschien die Schuldenlast
der Stadt Burg von 115.000 Marklübsch viel zu hoch.
Im gleichen Jahr pachtete ein
Dänischer Schutzjude die kgl. privilegierte Fähre, die einst
Burgstaaken mit Laaland verband. Der Hafen sollte auf eigene Kosten saniert
werden. Er bat lediglich um einen Vorschuß, nachdem er sein gesamtes
Hab und Gut verpfänden wollte. Weder die Erlaubnis für einen
Hafenbau noch der Vorschuß wurde ihm gewährt. Schon fünf
Jahre später bekundete ein Hamburger Kommissionär Interesse
am Bau eines Hafens. Johann Friedrich Lampe hielt den Binnensee für
geeignet. um beste Lösch- und Lademöglichkeiten zu schaffen.
Er entschied sich für eine Sanierung des Hundegatt", die ihren
Zerfall durch Sandablagerungen zwischen Sahrensdorf und Wulfen erfahren
hatte. Diese Lösung war billiger als die Reparatur der Tiefe. Jedoch
fehlte auch diesem Plan das nötige Geld.
Erst 1809 wurde sich wieder
um den Hafen gekümmert. Die dänische Seite plante einen Marinehafen
am Strande Pressens, was die Bemühungen der Burger zur Folge hatte.
1811 nahm eine kgl. Kanal-,
Hafen-, Leuchtfeuerdirektion ihre Arbeit auf und besuchte, in Form des
Major Christensen, Burg. Ihm wurden die Pläne vorgelegt.
Viel später, denn erst
im Jahr 1816, baten der Bürgermeister und der Rat der Seekapitäne
den Leuchtfeuerinspektor flenne um ein Gutachten. Unstimmigkeiten in der
Finanzierung und der Staatsbankrott verhalfen zu einem Stillstand in Sachen
Hafen bis 1840.
Wie auch in den Jahren zuvor
versandete der Hafen sehr schnell. und mußte bei Niedrigwasser von
Hand gereinigt werden. 1840 lieh man sich endlich eine Modermaschine mit
Kran und begann mit der Ausbaggerung des Haferls. Auch das Bollwerk wurde
ersetzt. Bis 1854 blieb es denn auch:dabei. Ein Plan zur Vertiefung der
Fahrrinne wurde von einem Kandidaten der Polittechik, Namens Grove, erarbeitet.
Die Stadt Burg kaufte für diese Arbeiten eine Moddermaschine.
Bereits zwei Jahre später begannen die Arbeiten am Bollwerk (für
diese Aufgaben war der Kaufmann Jacob Lafrentz zuständig), und am
Jahresende konnte mit der Ausbaggerung begonnen werden (200 mal 80 Fuß
und 7 1/2 Fuß Tiefe unter dem Wassernormalstand). Der ausgebaggerte
Sand wurde zur Befestigung des Hafenbeckens verwendet. Mitte 1857 waren
diese Arbeiten beendet. Eine Verlängerung des Beckens in den Binnensee
wurde auch genehmigt. Finanziert wurde das Vorhaben durch eine Anleihe
der Stadt von 3000 Talern welche innerhalb von 6 Jahren abzutragen waren.
Diese Anleihe war schon 1860
getilgt. Zwei Jahre später, im Jahr 1862, konnte man den Wasserbaudirektor
Grove mit dem Entwurf eines Bauplanes zur Hafenerweiterung beauftragen.
Drei Jahre später konnte dieser Schritt gewagt werden.
Weitere
Vertiefungen des Hafenbassins und von Zeit zu Zeit notwendige Ausbaggerungen
der Fahrrinne haben bis zum heutigen Tage den Hafen von Burgstaaken für
den Handel, die Wirtschaft, den Verkehr und auch den Tourismus zu einem
bedeutungsvollen Faktor für Fehmarn werden lassen. Um den wachsenden
Bedürfnissen der Hafenbesucher gerecht zu werden gründeten im
vergangenen Herbst 17. Gewerbetreibende den Gewerbeverein Hafen Burgstaaken
e.V. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, eine optimale Belebung und Gestaltung
des Hafens im Interesse aller Gäste und Gewerbetreibender zu ermöglichen.
Die Mitglieder des noch jungen Vereins haben erkannt, dass in einer Gemeinschaft
andere Ziele erreichbar sind. Bedingt durch ein Miteinander können
alle Reserven eines Einzelnen voll ausgeschöpft werden. Schon in
dieser Saison profitieren die Gäste vom Ideenreichtum der Vereinsmitglieder.
Bereits nach Ostern findet am 30. April ein großer Fischmarkt am
Hafen seine Verwirklichung. Ein buntes Treiben von Klein- und Einzelhändlern
zieren an diesem Tag den Hafen und bieten kulinarisches und künstlerisches
Geschick den Gästen an. Gleiche Veranstaltungen sind am 4. Juni und
3. September des Jahres geplant. Wer glaubt, der Hafen hat nicht mehr
zu bieten, der täuscht. Im Verlaufe der letzten Jahre haben immer
mehr ideenreiche Geschäftsleute den Hafen für sich entdecken
können. Ob hungrige Radfahrer oder Spaziergänger, Heimkehrer
eines Angelausfluges oder einer Hafenrundfahrt - von kulinarischen Köstlichkeiten
in den Restaurants "Lotsenhus" oder "Zum goldenen Anker"
bis hin zur "Kleinigkeit` im Hafenimbis und in der Fischereigenossenschaft.
Keiner muß den Hafen mit leerem Magen verlassen. Auch in den späten
Abendstunden kümmert sich das Team
von der Haifischbar liebevoll um seine Gäste. Man könnte eigentlich
sagen, wer den Hafen mit allen Attraktionen kennen lernen und genießen
will, braucht mehr als einen Tag. Selbst die gemütliche Tasse Kaffee
mit leckerem Kuchen werden dem Besucher nicht vorenthalten. Bei einem
wunderbaren Blick auf die Hafensilhouette frischen Kaffee genießen,
na ist das nichts? Das Café Kontor macht's möglich.
Was ist ein Hafen ohne Wind? Die leichte Briese, durchzogen mit frischem
Fischgeruch und leichtem Salzgehalt. Viele Gäste der Insel, die das
Meer lieben, jedoch nur ihren verdienten Urlaub hier verbringen sehnen
sich Monate nach diesem einmaligen Flair.
Wem es dann doch zu frisch
werden sollte dem wird im Fachgeschäft um alles Maritime "Balltic
Kölln" schnell geholfen. Maritime Sportmode und Accessoires
für jeden Geschmack und jede Größe sind schnell gefunden.
Und schon kann der Bummel weitergehen. Verschiedene Shops mit einem breit
gefächertem Angebot an Souvenirs und Accessoires helfen bei der Auswahl
der richtigen Mitbringsel für den Rest der Familie daheim.
Der
Spaziergang durch den Hafen kann für alle ein wahres Erlebnis werden.
Noch heute ist der Hafen ein Hauptumschlagsplatz für Getreide. In
der Erntezeit kann hier der gesamte Umschlag beobachtet werden. Für
viele Großstädter ein Erlebnis.
Was ist ein Hafen ohne frischen
Fisch? täglich können die einlaufenden Kutter beobachtet werden.
Wer Lust auf etwas Abenteuer hat, sollte die zahlreichen Möglichkeiten
nutzen, selbst auf hoher See Haken und Köder auszuwerfen. Ob Tagesfahrt,
Wochenfahrt oder nur ein Kurztrip auf See - bestimmt ist für alle
Interessenten etwas dabei.
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Texte:
Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition
Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Vom
größten Kleiderbügel Europas
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Die
Enstehungsgeschichte der Fehmarnsundbrücke
oder
. . . Insel trotz Brücke?
Mit
Inbetriebnahme der Fehmarnsundbrücke am 30. April 1963 und der anschließenden
Neubaustrecken von Eisenbahn und Straße erhielt die Insel Fehmarn
die seit langem ersehnte, von Wind und Wasserständen unabhängige
Verbindung mit dem holsteinischen Festland.
Als
damals im Winter 1962/63 jeglicher Verkehr über den Sund zum Erliegen
kam, zeigte sich besonders, welche Bedeutung dieser Verbindung beizumessen
war und ist. Darüber hinaus ist die Überbrückung des rund
1.350 m breiten Fehmarnsundes als ein herausragendes Ereignis in die Verkehrsgeschichte
Ostholsteins eingegangen. Die bis dato abseits der großen Verkehrswege
liegende Insel erlangte mit der Eröffnung der Vogelfluglinie die
Bedeutung eines Brückenkopfes im Verkehr mit den nordischen Ländern.
An
diesem 30. April 1963 wurde die Eisenbahn-Sundfährverbindung eingestellt,
deren Fährschiffe "Fehmarn" und "Schleswig-Holstein"
mitsamt dem früheren Dampfschiff "Fehmarnsund" fast 60
Jahre lang Inselbewohner und Besucher sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse
und Handelsgut aller Art, früher auch große Mengen an Vieh,
sicher über den Sund befördert haben. Für die Bauarbeiten
mußten mehr als 300.000 t Baustoffe, Geräte und Maschinen zur
Insel transportiert werden. Die Fehmarnsundbrücke ist das Hauptstück
der Vogelfluglinie, die mit ihren umfangreichen Bahnhofs- und Hafenanlagen,
den Brückenbauten sowie den Neubaustrecken von Eisenbahnen
und Straßen zu den größten Nachkriegsbauvorhaben Deutschlands
und Dänemarks zählt.
Zu
dem Eisenbahnprojekt gehörten auf deutscher Seite damals folgende
Großbauvorhaben:
1. Eine
18 km lange eingleisige Hauptbahn Großenbrode-Puttgarden mit Umbau
der Bahnhöfe Großenbrode und Burg.
2.
Die 963 m lange Eisenbahn- und Straßenhochbrücke
über den Fehmarnsund mit ihren 330 m und 110 m über die Ufer
greifenden Brückenrampen.
3.
Der Fährbahnhof Puttgarden mit über 22 km Gleisen
und 145 Weichen.
4.
Der Fährhafen Puttgarden
Außerdem
wurde die Bundesstraße 207 (B 207), die bis dahin in Großenbroder
Fähre endete, von Heiligenhafen ab neu gebaut und über die Sundbrücke
(bis Puttgarden) geführt. Die Straßenverhältnisse im Raum
Oldenburg verbesserten sich in dieser Zeit durch den Bau einer Umgehungsstraße.
Die eingleisige Hauptbahn wurde von Großenbrode bis. Puttgarden
um rund 18 km verlängert. Über die Insel verlaufen Bahn und
Straße nebeneinander. Vom Fährbahnhof Puttgarden aus führt
eine ca. 19 km lange Fährroute über den Fehmarnbelt nach Rödbyfähre,
dem Fährbahnhof der dänischen Insel Lolland.
Den
1.350 m breiten Fehmarnsund überqueren Bahn und Straße auf
der 963,40 m langen Fehmarnsundbrücke. Deren 23 m hohe Rampen greifen
um 330 m vom Festland aus und 110 m von der Insel aus über die Ufer
ins offene Wasser.
Für
das in etwa dreijähriger Bauzeit errichtete Brückenbauwerk waren
einschließlich Rampenbauten rund 50 Mio. DM aufzuwenden. Die Gesamtkosten
für den Bau der Vogelfluglinie betrugen auf deutscher Seite 210 Mio.
DM. Auf dänischer Seite wurden ca. 80 Mio. DM ausgegeben.
Die
Fotos vom Brückenbau wurden uns vom damaligen leitenden Brückenbauingenieur
Ludwig August, der heute in Münster/Westfalen lebt, zur Verfügung
gestellt.
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