Inselkarte
Die Geschichte Fehmarns

 

Fehmarns Krone
Hier finden Sie Berichte über geschichtliche Entwicklung der Insel Fehmarn
fehmarns Krone
Die Entstehungsgeschichte der Insel  

Fehmarn unter Zarenherrschaft

Inselkarte
Der 30jährige Krieg
Fehmarn wurde "desolato"
Burg Glambeck
Dänische Krone und Lübsches Stadtrecht  
Steine an der Angel  

Hexenverfolgung auf Fehmarn

Fehmarnsundbrücke

Die Dörfer der Insel

Die Entstehung des Burger Hafens

Kurzchronik Stadt Burg und der Insel

Der Bau der Vogelfluglinie 1963

 

 

 

 

 

 

 

 

.So entstand einstmals . . die Insel

Entstehungsgeschichte der Insel Fehmarn

Fehmarn ist durch Abtrennung von Wegrien zur Insel geworden

Während alte, uns bekannte Kulturen auf eine vieltausendjährige Geschichte zurückblicken können, hat Fehmarn seine ungefähre heutige Form überhaupt erst vor ca. 4000 Jahren gefunden.

Die Entstehungsgeschichte Fehmarns beginnt mit dem Zurückweichen des Eises der letzten Nacheiszeit. Das Eis der vorletzten Eiszeit, der "Saaleeiszeit`, bildete die Hohe Geest im Westen Schleswig-Holsteins. Das Eis der 142000 Jahre später folgenden "Wechseleiszeit" bedeckte bis vor ca. 18000 Jahren wie ein riesiger Ostseegletscher die Länder im Norden und den Osten Schleswig-Holsteins.

Der in Eisfelder und Gletscherzungen zerlappte Eisrand schmolz nicht kontinuierlich ab. Es kam wiederholt zu neuen kilometerweiten Eisvorstößen, die die mitgeführten Moränen stauchten und teilweise zu über 100 m hohen Moränenbergen auftürmten. So entstanden die Hüttener Berge, die Duvenstedter Berge und als höchste Aufstauchung der Bungsberg, der mit 164 m heute Schleswig-Holsteins höchster Berg ist.

Das Schmelzwasser floß nach Westen ab und füllte die Landschaft zwischen der Hohen Geest und dem tauenden Eisrand im Osten mit Sand und Geröll auf. Es gab das frei, was es uns in Form von Moränen aus Granit, Sandstein, Leptit oder Porphyr aus Skandinavien mitgebracht hatte.

Nach dem Abtauen des Eises im Bereich der westlichen Ostsee blieb um die heutige Insel Fehmarn und die dänischen Inseln flaches Land zurück, das nur von nacheiszeitlichen Flüssen in den ehemaligen Schmelzwasserinnen durchzogen wurde.

Im Bereich von Fehmarn und Wagrien kam der im Alttertiär gebildete Untergrund wieder zum Vorschein, der genau gesagt, in der vierten Stufe des Unterozean, vor rund 40 Millionen Jahren, aus Meeresablagerungen entstanden ist. Er besteht aus Tarras, einem grünen kalkfreien Ton (Kolloid Ton), dessen Bestandteilchen kleiner als 0,01 mm sind, selbst die größten Teilchen erreichen nicht einmal einen Durchmesser von 0,1 mm. Da sich in oder unter diesen Tonschichten nur selten Grundwasser in ausreichenden Mengen bilden kann, waren auf Fehmarn viele Brunnenbohrungen vergeblich.

Zu der Zeit aber, vor über 10000 Jahren, als bei uns das Eis geschmolzen war, lag über Schweden und Norwegen noch die eiszeitliche Decke. Als auch dieses Eis schmolz, entstanden riesige Wasserbecken, deren Wasser über das heutige Gebiet von Gotland zum Skagerrak abflossen. Vom Druck des ständig weiter nach Norden abziehenden Eises befreit, begann sich die Erdoberfläche Skandinaviens zu heben. Wenn man bedenkt, daß 1 m3 des Eises 900 kg wog und daß Skandinavien und das Ostseebecken mit einer z. T. 2000 m mächtigen Eisdecke überzogen waren, kann man sicher ermessen, welch gewaltiger Druck mit dem Abtauen des Eises von der Erdoberfläche genommen wurde. Die Erdhebung war mit rund 275 Metern am größten in Angermanland, einem Gebiet ca. 400 km nordöstlich von Stockholm, und flachte dann konzentrisch bis zu einer Nullinie ab, die in unserem Bereich über Nordjütland, schräg über die Insel Seeland und zwischen Rügen und Bornholm zur pommerschen Küste lief.

Südlich dieser Linie kam es zu einem deutlichen Absinken der Erdoberfläche. Die Landsenkung betrug in Schleswig-Holstein ca. 25 m. Die jährliche Senkung variierte zwischen 1,2 cm und 7,8 cm.


Nun drang wieder Meerwasser über das Skagerrak und weiter über die ehemaligen eiszeitlichen Förden und Schmelzwasserrinnen in das flache Becken der westlichen Ostsee ein. Hinzu kam, daß durch das Tauen der Eismassen der Wasserspiegel der Meere überall stieg. (Die Eisbildung hatte den Meeren zuvor derart viel Wasser entzogen, daß der Meeresspiegel um mindestens 60 m gesunken war.)

Im Jahre 7000 v. Chr. befand sich die Uferlinie im Bereich der westlichen Ostsee ungefähr bei der heutigen 25 mtr. Tiefenlinie, 6000 v. Chr. bei der 16 mtr. Linie und 3000 v. Chr. bei der 9 mtr. Linie.

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Fehmarn und der Zar

 

Fehmarn unterstand im 18 Jahrhundert dem Zarewitsch von Russland


Herzog Karl Friedrich wird von Schleswig vertrieben und heiratet als politischen Schachzug 1725 die Zarentochter Anna Petrowna. Deren Sohn Karl Peter besteigt 1762 den Zarenthron und wird nach halbjähriger Regierungszeit ermordet. Seine Witwe, Katharina II., leitet über Casper von Salden Ausgleichsgespräche mit Dänemark ein, die 1773 zu einem Verzicht des Thronfolgers Paul 1. auf seine Gottorfer und Holsteiner Anteile führen.

Am Ende der Napoleonischen Kriege trat Fehmarn als Brückenkopf zu dem verbündeten Friedrich VI in Erscheinung. Vom Nothafen Presen ging eine Depeschenpost nach Kopenhagen, und ins November 1813 verließ hierüber eine letzte dänische Abteilung Holstein. n der Schleswig-Holsteinischen Erhebung" von 1848 -185 1 fand auf Burgtiefe ein Feuergefecht statt. Im Deutsch-Dänischen Krieg wurde die Insel in der Morgenstunde des 15. März 1864 von 160 Preußen "im Sturm" erobert und am 12. Januar 1867 zur preußischen Provinz "erhoben".

Der zweite Weltkrieg ließ dieses Eiland unversehrt. Die Einwohnerzahl stieg durch den Strom der Flüchtlinge auf nahezu das Doppelte. Dazu kam ein Reservelazarett und 43.000 internierte Marinesoldaten, die in Schulen und den mächtigen Bauernscheunen ihr Strohlager fanden.

Und doch hing das Damoklesschwert über dieser "Goldenen Krone im blauen Meer": Die Sowjets verlangten in den "Londoner Verhandlungen" Fehmarn als ihr Besatzungsgebiet. Nur der Geschichtskenntnis des britischen Unterhändlers William Strang "Diese Insel gehört seit alters her zu Schleswig-Holstein", verdankt das "strategische Auge der westlichen Ostsee" seinen Verbleib bei der englischen Besatzungszone und somit der Freiheit.

Seit 1903 fährt über den 1200 m breiten Fehmarnsund ein Damptrajekt, 1905 verkehrt eine Insel Eisenbahn. Die Fehmarnsundbrücke wird am 30. April 1963 eingeweiht und die internationale "Vogelfluglinie" über Puttgarden nach Dänemark am 14. Mai 1963 eröffnet.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Der dreißigjährig Krieg
(1616 - 1648)

 

Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges' verschonten auch Fehmarn nicht. Kaiserliche Truppen zerstörten 1627 die Burg Glambek. Nach einem Seegefecht mit den Dänen landetet am 29 Juni 1644 ein schwedisches Kontingent bei Puttgarden und traf auf das von dänischen Soldaten unterstützte Fehmarnsche Landesaufgebot. In der folgenden Schlacht fielen 75 Fehmarner - und die Fehmarnsche Jeanne 'd'Arc, Marens Tiedemann aus Neujellingsdorf, die mit den Ihren' als Fahnenträgerin in den Kampf gezogen war.

Ihre Geschichte müsste eigentlich jeden Filmproduzenten begeistern. Der Landschreiber Conrad Friedrich Schmalfeldt (1594 - 1651) hat des Dramas vollen Lauf für die Nachwelt festgehalten: Die Bauerntochter Marens Tiedemann sollte mit dem Sohn eines Großhauern verlobt werden. Jedenfalls war das der Plan ihrer Eltern.

Marens allerdings zog es zu dem weniger begütertem Sohn eines Lemkenhafener Schiffers. Leider fuhr der Geliebte ebenfalls zur See, kam nicht wieder und galt als verschollen. Tatsächlich war er im Mittelmeer gefangen genommen und in Nordafrika als Sklave verkauft worden. Marens, von ihren Eltern massiv dazu gedrängt, nun doch endlich der Bauernsoli il zu ehelichen, ergriff die Flucht und schloss sich unerkannt in Männerkleidern den Truppen der Inselverteidiger an.

Als es zum Kampf mit dem Schweden kam und der Bannerträger fiel, ergriff Marens die Fahnen und führte die weichenden Fehmaraner mehrere Male zurück ins Gefecht, bis sie selbst der Tod ereilte.

Was nun aber jeder Produzent als "kitschig" empfinden würde, trat im wirklichen Leben ein: Denn gerade als der Alarm von der bevorstehen Landung der Schweden erscholl, erreichte, der aus der Sklaverei entflohene Geliebte der Marens Tiedemanns die heimatlichen Gestade. Stehenden Fußes nahm auch er an der Schlacht bei Puttgarden teil und kam dabei ebenfalls zu Tode - womit einmal mehr bewiesen wäre, dass die tragischsten Stücke immer noch das Leben selbst schreibt.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpfleg
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Burg Glambeck

 

Nur noch die Grundmauern stehen von der einstmals stolzen Festung Glambek König Waldemar der Sieger, der damalige Statthalter und spätere Amtmann der Insel Fehmarn, ließ zur Sicherung seiner Macht im Jahre 1210 auf der Sandnehrung, (der "Deepe" - Tiefe), eine prächtige Backstein-Festung errichten. Die Lage war strategisch günstig, da man von der Festung aus den Fehmarnsund und die Lübecker Schifffahrt kontrollierte.
Umgeben von einem tiefen Burggraben präsentierte sich die Burg damals als luxuriöses Domizil der längst vergangenen Größen des Mittelalters.

Der Haupteingang an der Ostseite war 2,77 Meter breit. Man sieht in der Mauer noch die Rille des früheren Fallgitters.Die Außenmauern der früheren Burg sind 75 Meter lang, von Osten nach Westen und von Süden nach Norden ca. 34 Meter breit.

Mit im Verteidigungssystem der Burg eingebaut war der frühere Burgwart an der Nordoststrecke des Gemäuers. Dort, wie auch an der Südostecke der östlichen Mauer, standen vor der Zerstörung zwei hölzerne Türme, die mit einem hölzernen Wehrgang verbunden waren. Von dort aus schossen bzw. warfen die Verteidiger mit Armbrüsten und anderen mittelalterlichen Waffen auf ihre Feinde.

Links vom Haupteingang war die Wachstube für die Burgherren. An der Südseite der Burg waren die Wohnräume für die Burgherren, und ihre Damen. An der Nordseite befanden sich die Wirtschaftsräume und Kammern für die Burgbesatzung, sowie das Wirtschaftspersonal. Man sieht hier noch einige Reste von früheren Feuerstellen und Backöfen.

Innerhalb des Burggeländes stößt man auch auf vier alte Brunnen. Ein Brunnen befindet sich noch im Burgverlies und ist heute mit Feldsteinen überschüttet.

Die dicken Stein- und Ziegelmauern des Burgverlieses bildeten auch den Eingang zu einem früheren, unterirdischen Gang. Dazu kursieren zwei Sagen auf der Insel: Einmal soll ein Gang unter dem Burger Binnensee durch, bis in die Burger Kirche hineingegangen sein. Der anderen Sage nach sogar unter der Ostsee durch, bis zum Gute Siggen in Holstein. Beide Sagen entsprechen nicht der Realität. Reste eines unterirdischen Ganges fanden sich 1908/1910 tatsächlich, doch war es nur ein kurzer Entweichgang für die belagerte Burgbesatzung; der vom Burgverlies in etwa südöstlicher Richtung lief und an der Westmauer des heutigen Wartturms endete. Er war 1908 größten Teils zerstört bzw. zugeschüttet. Ein Bild der gesamten Anlagen ließ sich aber erst rekonstruieren, als man die Reste der Burg 1908 freilegte. Eine Aufzeichnung von den Resten besitzt der Heimatforscher Peter Wiepert/Bisdorf, der als 18 jähriger junger Mann oft bei den Ausgrabungen mithalf.

An der Westseite des Burggeländes befand sich früher ein zweiter Eingang. Hier war eine so genannte Pechnase angebracht, mit der man heiße Pechflüssigkeit auf die Eroberer spritzte. Reste davon wurden ebenfalls bei der Freilegung der Burg gefunden.

Auf dem Burggelände wurden bei den Ausgrabung mittelalterliche Topfscherben, Reste von Tierknochen und Speiseabfällen, Waffenfragmenten und mittelalterlichen Münzen gefunden.

Die aufregende Geschichte des Bauwerkes zieht sich wie ein Leitfaden durch die Jahrhunderte. In den Jahren 1416 - 1426 wurde die Burg mehrfach gestürmt, erobert, wiedergewonnen, und dabei mächtig "ramponiert.
Aber immer wieder gab es Menschen, die den Neuaufbau betrieben. Die Rückeroberung von Glambek, 1450, wurde von den Vitalienbrüdern durchgeführt und es ist ein schönes Beispiel dafür das auch das aufwendigste Bollwerk gestürmt werden kann, wenn nicht Brachialgewalt, sondern Witz und Verstand angewendet wird. Die Angreifer waren nur ungefähr 200 Mann stark. Sie erschienen in stockfinsterer Nacht vor der Burg und simulierten lautstark das Getöse einer Furchterregenden Armee, die sich auf einen Sturmangriff vorbereitet. Sie klapperten mit den Waffen, schwenkten Sturmleitern und gaukelten der schlotternden Burgbesatzung mit rauhen Kommandos wie "Die Lübecker an die Ostflanke!" oder "Wo sind die Hamburger? An die Leitern!" eine erdrückende Übermacht vor, gegen die ein Kampf von vornherein aussichtslos zu sein schien. Gegen das Versprechen, frei abziehen zu dürfen, ergaben sich die Burgverteidiger noch vor dem Morgengrauen. Frechheit siegt und die Vitalienbrüdern hatten einen neuen Stützpunkt. Hier verbrachten sie die wärmeren Monate des Jahres, womit bewiesen ist, dass die Badesaison auf Fehmarn nicht erst im vergangenen Jahrhundert erfunden wurde.

Die Vitalienbrüder jedoch verstanden es, ihr grausames Gewerbe mit dem Aufenthalt auf Fehmarn zu verbinden. Immer wieder wurden die Schiffe der Kaufleute ein Opfer der Seeräuber. Die Beute verschwand in dunkle Kanäle und die gefangenen Seeleute in den Kellerverließen der Burg Glambek, von denen mancher nie wieder das Licht des Tages erblickte. Irgendwann machten die Freibeuter dann den Fehler, ein Schiff der Hanse anzugreifen, was dieser Verteidigungspakt deutscher Hafenstädte sich nicht gefallen ließ. Wieder wurde die Festung Glambek angegriffen, im Verlauf der Kämpfe völlig demoliert und die überlebenden Seeräuber einen Kopf kürzer gemacht.

Heute präsentieren sich nur noch einige Mauerreste, die als Brutplatz für Seevögel dienen und der den Burgplatz umspannende Wassergraben. Die abenteuerliche Geschichte, die wohl eine der Bewegtesten auf der Insel Fehmarn sein dürfte, lässt sich allerdings nur noch erahnen.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpfleg
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2 Rechte auf Fehmarn



Die Insel Fehmarn hat seit der Zurückdrängung der im 7. Jahrhundert eingewanderten slawischen Abotriten durch das sächsische Reiterheer Graf Heinrichs von Badewides im Winter 1138/39 nicht weniger als 26 landesherrliche Besitzerwechsel zwischen wendischen Fürsten, dänischen Königen, Holsteiner Grafen, Schleswig-Gottorfer Herzögen und schließlich am 15. März 1864, der preußischen Insel-Erstfirmung, zu überstellen gehabt.

Das 165 Quadratkilometer große Eiland zählte bis 1320 zum: alten dänischen Krongut. Die Niederlage von König Waldemar 1227 bei Bomhöved änderte nichts an der Zugehörigkeit Fehmarns zum dänischen Reich und er fortschreitenden niederdeutschen Besiedlung. Die erstmalige Insel-Belehnung an einen Angehörigen des Holsteiner Herrscherhauses der Schauenburger Grafen brachte eine große politische Unruhe.

König Christophs' II. wurde 1320 nur mit der tatkräftigen Wahlhilfe seines Halbbruders des Holstengrafen Johann 111. (später "der Milde"), zum Rex der Dänen gekürt und Versprach diesem hierfür die Insel Fehmarn als erbliches Lehen.

Des neuen Königs Wortbrüchigkeit führte zu erbitterten kriegerischem Auseinandersetzungen, zumal beide Fürsten auf der Insel zahlreiche, gleichstarke Anhänger besaßen.

Letztlich endete der sechsjährige Machtkampf mit der Entthronung Christophs und erheblichen Belehnung des ersten Schauenburger/Holsteiner Grafen mit Fehmarn am 15. August 1326 durch den neuen König Waldemar III. Graf Johann "milderte" das allzu Harte Landrecht und bestätigte in einer "Handfeste" die Altererbten Privilegien, Freiheiten und Rechte der "völlig selbständigen Insel Fehmarn als besondere Landschaft". In der "Consules der Opidi Borch" fügte er klärend auf Niederdeutsch hinzu: "Dat ganze Land, dat mine Land!". Des Milden "Handfeste" blieb' bis zum "Neuen Landrecht" von 1555 durch Johann den Olden das Fehmarnsche Grundgesetz. Die für Fehmarn folgenschwerste Auseinandersetzung mit der dänischen Krone, dem Schauenburger Herrscherhaus geschah am 1. Juli 1420 durch König Erich VII. der Pommerer: Es kam zu einem verheerenden 25-jährigen Krieg von 141(_?) bis 1435 mit weitflächigen Verwüstungen des schönen Landes zwischen den beiden Meeren.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Steinfischen -
Steine an der Angel ?

Noch vor kurzer Zeit gab es in Burgstaaken eine ganz besondere Angel-Disziplin: Steinfischen. Diese Profession hatte eine Tradition, die bis zum Beginn des 19. Jahrhundert zurückreichte. Steine wurden überall als Baumaterial gebraucht. Einen Steinbruch gab es auf Fehmarn jedoch nicht. Aber an den Küsten und auf dem Meeresgrund lagen jede Menge Steine herum, die nur eingesammelt werden mussten.

In den Anfängen wurde die Steinfischerei mit Flachbooten und Flößen in unmittelbarer Küstennähe betrieben. Es war ein relativ risikoloses Geschäft. Die Fischer segelten möglichst nahe ans Ufer oder direkt an Steinriffe heran und nahmen nur solche Steine auf, die ein Mann alleine problemlos heben und ins Boot legen konnte. In Burgstaaken wurde die Ladung dann nach Gewicht bezahlt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Steinfischen komplizierter. Die am leichtesten zu erreichenden Gründe waren oft schon abgesucht , an einigen Uferstellen (z.B. vor Katharinenhof) war die Steinfischerei verboten worden, weil die Entfernung der Felstrümmer den natürlichen Küstenschutz gefährdete. Jetzt wurden die Steine aus tieferem Wasser geholt. Dabei standen zwei Fischer gleichzeitig im Wasser, im Sommer mit nackten Beinen, während des Winters mit langen Lederstiefeln oder mit Hosen aus eingefettetem Segeltuch. Mit den Füßen wurde ein geeigneter Stein und dessen Lage vorsichtig ertastet. Dann wurde die Schlinge eines Seils ergriffen und von beiden Fischern um den gewählten Stein herumgelegt. Dazu mussten beide Männer vornübergebeugt und mit dem Kopf unter der Wasseroberfläche arbeiten, was neben Kraft und Geschick auch ein hohes Maß an Fertigkeit im Luft anhalten erforderte. Mittels einer handbetriebenen Winde wurde die Beute dann ins Boot' gezogen.

Nicht selten glitt die Schlinge dabei ab und der Stein fiel zurück ins `Nasser, was auch für die beiden Fischer nicht ungefährlich war. Durch den Ausbau des Burgstaakener Hafens erhielt die Steinfischerei großen Auftrieb. Für die Molen und Befestigungen wurde eine Menge Material benötigt. Die Fischer perfektionierten ihre Technik: Man fischte mit Stock und Zange. Mit dem Stock wurde der Stein vom Boot aus ertastet, mit der Zange ergriffen und über eine ausgesägte Stelle hinweg an Bord genommen.

Zur Arbeit wurde schon vor dem Morgengrauen ausgelaufen, denn wenn bei klamm Wetter die Sonne zu hoch stand und allzu stark auf das Wasser schien, war der Grund durch die starke Reflektion des Lichts nicht gut auszuspähen. Um dann trotzdem noch an einer ergiebigen Fundstelle weiterarbeiten zu können, wurde manchmal zwischen zwei Booten ein Blendsegel ausgespannt, unter deren Schatten der Boden wieder besser zu sehen war.

Es ranken viele Geschichten um die Steinfischerei und die Steinschläger.
Wir haben zwei für Sie ausgewählt:

Da es auf Fehmarn nicht genug Steinschläger gab, ließ der Kaufmann Schacht einige aus den Provinzen Brandenburg und Pommern nach Fehmarn kommen, die es besonders gut verstanden Pflaster-, Kant - und Reihensteine auszuschlagen. Darunter war ein gewisser Stravetzky der allgemein nur Köm-Korl genannt wurde weil er oft und gern Schnapsgläser "andickte".
Seine Frau war ein gefährlicher Besen, die, wenn Karl "ansegeln" kam, sich nicht scheute, ihrem "Korlemännchen" wie sie ihn in guten Tagen nannte, mit dem Scheuerbesen aufs Dach zu steigen und ihn gehörig zu verdreschen. Wenn Korlemännchen" nachher wieder nüchtern war hatte er eine gewaltige Wut auf die "Altsche." Die ließ er dann beim Steinschlagen an den einzelnen Steinen aus, die ja verschieden hart, auch leichter oder schwerer zu "vertöppern" waren.
Wenn er dann schlug, machte er das in einem bestimmten Takt indem er einen Selbstgemachten Vers dabei murmelte. Der hieß in seinem Pommerschen Dialekt: "De Steien ist feien, geitet kleien!", wenn ein Stein gut auseinander zuschlagen var. Wenn es aber ein bläulicher war, der schwerer spaltete, holte "Köm-Korl" hoch Luft und pustete immer ergrimmter dabei.
" De Steien - dat Schweien - au au! - ist blau - kriggt Hau - wat tau! - as min - Frau!" Bei "as min" ließ er den Hammer etwas länger über den Kopf in der Luft schweben, um ihn dann besonders hart und grimmig auf den Stein niedersausen zu lassen. Denn in seinen Gedanken war es ja "die Altsche", die den harten Schlag bekam. Seine Kollegen hockten sich, wenn "Köm-Korl" so vor sich hin wütete; und sagten dann untereinander: "Haha! Korl het sik wedder mal mit de Altsche vertörnt!" Sie nahmen seinen Vers auf und "sangen" ihn später manchmal mit, wenn sie in besonders guter Laune waren.
Und noch bis nach 1900 kannten ihn einige alte Steinschläger. Fiede Beet, der nach Amerika auswanderte nannte den Vers .....................................................................
...................................................................
"Köm-Korl sin Vader unser"
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Die meisten Pflaster- und Kantsteine in unserer Inselstadt sind im Laufe der Jahre aus Steinen gemacht, die um Fehmarn herum aus dem Wasser gefischt waren. Der aus Segeberg zugewanderte Diederich Diesel, nach Ihm seine Söhne, haben sie alle in Reih und Glied eingelegt.
Diederich war ein Künstler in seinem Fach, der aber, wie es bei den alten Steinschlägern wohl üblich war, auch nicht gerade der Buddel aus dem Wege ging. Und wenn er dann im Badstaven heimwärts "segelte" rief die alte Triene R. an der Ecke hinter ihm her: "O Diederich, O Diederich, wat rükst du hin wer krüderig!" Diederich konnte "dat Mensch" nicht ausstehen - ließ sich jedes Mal "auf den Baum bringen", spukte überzeugt aus und schrie sie an: "Ulle Satan! Geiht di dat an!" Es war ja noch in der "guten alten Zeit."

Im 20. Jahrhundert wurde im Zuge des technischem, Fortschritts auch die Steinfischerei moderner. Taucher wurden eingesetzt, Kräne und motorisierte Seilwinden. So ließen sich auch große Steine aus tiefen Gewässern ziehen. Die Ausbeute wurde, wie schon in den Jahren zuvor, am Kai des Burgstaakener Hafens entladen und gleich hier von Steinschlägern bearbeitet.
Bis in die achtziger' Jahre hinein gab es Steinfischer in Burgstaaken. Die von ihnen geborgenen Steinen fanden vielfach Verwendung. Die Hafenmolen von Rodby, Kopenhagen, Cuxhaven und Kiel enthalten vor Fehmarn gefischte Steine, ebenso das Ehrenmal von Laboe: Natürlich wurden die Steine auch auf Fehmarn selbst verbaut, doch nicht allein in Burgstaaken. Auch als die Mole von Puttgarden im Rahmen des Vogelfluglinien-Fährverkehrs ausgebaut wurde, machten die Steinfischer ihren Schnitt.
Und wenn man sich dann wieder zurück nach Burg begibt, sollte man einmal die Aufmerksamkeit von der Pracht der schönen Allee auf die Straße selbst lenken: Der Staakensweg ist auf voller Länge mit Kantsteinen und Kopfsteinpflaster aus dem Meer bestückt.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Kapelle St. Jürgen -
ein gruseliges Kapitel


Am Kapellenweg 13 befindet sich die Kapelle des Stiftes St. Jürgen. Auch diese Kapelle stammt aus mittelalterlichen Zeiten, bereits 1399 wurde sie urkundlich als Siechen haus erwähnt. Und auch in diesem Fall gilt: Wer alt wird; erlebt viel - und nicht immer Angenehmes. So musste die innen mit Malereien aus dem 15. Jahrhundert geschmückte Kapelle 1807 unter dänischer Besatzung schon mal als Pulverkammer und Pferdestall herhalten. An den Gärten des St. Jürgen-Stifts lag einst der Richtplatz der Landschaft Fehmarn, auf dem die Opfer der zahlreichen Hexenprozesse verbrannt und die während der Folter Verstorbenen sowie die Selbstmörder verscharrt
den. Die Zeit des Hexenwahn ist nicht nur auf Fehmarn ein besonders dunkles Kapitel der Geschichte. Welches Ausmaß dieser Irrsinn hatte, machen Zahlen deutlich: Allein zwischen 1620 und 1 660 wurden auf Fehmarn über 100 Menschen als Hexen verurteilt und auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Auch hier auf Burgtiefe machte der Hexenwahn nicht halt. Vielleicht lag es an der dichten Lage zur Burg Glambeck Im Bereich des alten Voss-Haases wurde bei den der Hexerei Verdächtigen die "Wasserprobe*' durchgeführt. Dem Opfer wurden die Hände über den Kreuz an die Füße gebunden. Dann wurde es in einem Boot auf das Meer hinaus gerudert und über Bord geworfen. Versank es, galt die Unschuld als erwiesen, blieb es an der Oberfläche, war es überführt und reif für die Folter und Scheiterhaufen. Die durch die spezielle Fesselung gekrümmten Kandidaten die zudem meist noch Ölgetränkte Wollkleidung trugen, sanken in der Regel nicht.

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Die Dörfer Fehmarns

 

Von den jetzigen 42 fehmarnscheu Dörfern sind bereits 36 mit noch heute erkennbaren Namen, wie Pottgardae, Pudzae, Fathersthorp, Wollwe, Gol, Stobaerthorp, Mizaenthorp, Petaersthorp, Bondemaersthorp, Preazniz etc. aufgeführt - eine seltene Siedlungskonstanz. Die Stadt Burg wird in dem "Waldemarschen Erdbuch" als "castra", befestigte Burg, bezeichnet.
Für eine frühe Stadtqualität dieser wendischen "castra" aus dem 8.Jahrhundert spricht die hohe Steuer Veranschlagung für "Schenken und Verkaufs Tabernen" von 140 Mark. Nach Dokumenten einer Kaufmanns-Ausstellung anlässlich der 850- Jahrfeier Lübecks 1993 im Burgkloster, wurden
bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts Handelsbeziehungen von "Borghaebye" (Burger Stadthafen), mit der Lübecker Hanse unterhalten. Die "Kornkammer Schleswig Holsteins" lag für Lübeck vor der Haustür. Die frühe Ausfuhr des begehrten, besonders großkörnigen fehmarnscheu Weizens nach Flandern, England und Norwegen bedingte, eine der frühesten "Begabungen" Burgs mit dem begehrten "Lübecker Kaufmannsrecht". Dies geschah schon allein um Währung, Gewichtsmaße (Scheffelgrößen), Lieferungsbedingungen, Verlusthaftung und nicht zuletzt das Straf-, Handels- und Schiffsrecht in Einklang zu bringen.
Das "Lübische Recht" gehört zu den ergiebigsten deutschen Rechtsquellen und hiermit ausgestattete Städte erhielten einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Lande.
In dieser Ratsmannsverfassung lagen die Anfänge der Selbstverwaltung und sie schafften eine weitgehendste Freiheit der Kommunal-, Rechts-, Markt und Handelsprivilegien, wie auch die Schwächung des Einflusses des landesherrlichen Stadtvogts.
So entwickelte sich zwangsläufig eine politische Trennung zwischen der Cvitas "to der Borch uppe Vemeren" und den Dörfern, der "Landschaft" genannt, welche 1320 von König Christoph 11. mit dem harten "Fehmarnscheu Landrecht" belegt wurden. Letzteres zog u.a. die Todesstrafe für "Friedensbruch" in der Kirche, auf dem Thingplatz, auf dem Schiff, für Notzucht, Raub und Holzdiebstahl im königlichen Wald (Staberholz) nach sich

 

Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege
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Die geschichtliche Entwicklung des Burger Hafens.

Ein Rückblick auf sechs Jahrhunderte

Erste Grundrisse des Hafens glaubt man auf einer Karte zu finden die um 1652 erschienen sein soll. Die Stadt Burg ist hier mit ihrem Ausläufer des Binnensees dargestellt und der Bereich als alter Hafen bezeichnet. Ein Ausläufer reicht bis zur heutigen Breiten Straße/Schulstieg. Den geschichtlichen Ausführungen Georg Laages ist zu entnehmen, daß diese Aufzeichnungen zwar einen hohen Quellenwert besitzen, jedoch in keiner Weise zu belegen sind. Laage führt weiter aus, daß schon im Jahre 1358 der Burger Stadthafen durch den dänischen König Waldemar Vl. zerstört worden sein soll.

Die heutige Tiefe wird hier als "Dat nye Deep" (vorher eine sehr schmale Einfahrt und "Hundegatt" benannt) bezeichnet. F. H. W. Sarauw vermutet in einer Ausführung um 1836, daß der Neubau des Hafens in der Zeit der Verpfändung Fehmarns an Lübeck von 1435-1490 geschehen sein könnte. Ende des 15. Jahrhunderts habe der Amtmann von Glambeck, Heinrich von Ahlefeld, dem dänischen König einen Neubau des Hafens empfohlen. Jedoch ist erst ca. 30 Jahre später von der "Neuen Tiefe" die Rede. Verfolgt man die Angaben genau, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Stadt Burg 200 Jahre ohne einen Hafen hätte Bestand haben müssen, was jedoch schon zu dieser Zeit ein wirtschaftliches "Aus" bedeutet hätte. Während eines Streites zwischen den Burgern und den Sahrensdorfern Mitte des 18 Jahrhunderts, wird auf ein Recht der Burger aufmerksam gemacht, welches der Dänische König um 1490 den Burgern zugestand. Darin ist den Burgern der behalt des Hafens zugesichert worden. Jedoch kann es sich nur um eine Feldscheide gehandelt haben, die sich zwischen Burg und Sahrensdorf befunden hat. Ob diese Auffassungen einen hohen Wahrheitsgehalt haben, ist bis heute unbestätigt. Lediglich durch Bodenfunde und Proben ließe sich das belegen. In diesem Fall muß dann von einer totale Verschlammung des Hafens auszugehen sein, und man suchte ein "Neues Tief" was den Hafen bildete.
1739 sollen dann hier zwei Bollwerke entstanden sein. Die Landzunge war für die Stadt Burg Lösch- und Ladeplatz. Man erreichte ihn über den Binnensee. Um Streitigkeiten mit den Sahrensdorfern zu vermeiden hielt man sich an diese Wegführung. 1680 wurde dem Bau des ersten Hauses zugestimmt. Hans Riemenschneider errichtete einen "Spickers", welches auch für Reisende offen stand. Erst 1739 entstand ein zweiter Speicher.

Im Verlauf der Jahre hatte aber der Hafen keinen sicheren Halt gegen die Gewalten der Natur. Die damalige Landesregierung und der Magistrat verschufen hier keine Abhilfe, so daß sich die Schiffer selbst bemühten und einen "Ballastgraber" aus Kopenhagen herbeiholten. Auch Reparaturen am Bollwerk wurden durchgeführt. Bezahlt wurde mit einem "Prinkengeld", völlig unnütz, denn man wurde der Kraft der Natur nicht Herr. Ca. 1780 unternahm der Zollverwalter und Kammerrat den Versuch, den Schiffern Hilfe zu gewähren. Der Hafen war unrentabel für die kleinen Boote. Wiederum sollte der Hafen von der Verschlammung der Sandbänke befreit werden. Ein guter Lösch- und Ladeplatz sollte errichtet werden. Gleichzeitig wurde an ein Winterquartier gedacht. Finanziert werden sollte dies durch spätere verbesserte Zolleinnahmen, jedoch erschien die Schuldenlast der Stadt Burg von 115.000 Marklübsch viel zu hoch.

Im gleichen Jahr pachtete ein Dänischer Schutzjude die kgl. privilegierte Fähre, die einst Burgstaaken mit Laaland verband. Der Hafen sollte auf eigene Kosten saniert werden. Er bat lediglich um einen Vorschuß, nachdem er sein gesamtes Hab und Gut verpfänden wollte. Weder die Erlaubnis für einen Hafenbau noch der Vorschuß wurde ihm gewährt. Schon fünf Jahre später bekundete ein Hamburger Kommissionär Interesse am Bau eines Hafens. Johann Friedrich Lampe hielt den Binnensee für geeignet. um beste Lösch- und Lademöglichkeiten zu schaffen. Er entschied sich für eine Sanierung des Hundegatt", die ihren Zerfall durch Sandablagerungen zwischen Sahrensdorf und Wulfen erfahren hatte. Diese Lösung war billiger als die Reparatur der Tiefe. Jedoch fehlte auch diesem Plan das nötige Geld.

Erst 1809 wurde sich wieder um den Hafen gekümmert. Die dänische Seite plante einen Marinehafen am Strande Pressens, was die Bemühungen der Burger zur Folge hatte.

1811 nahm eine kgl. Kanal-, Hafen-, Leuchtfeuerdirektion ihre Arbeit auf und besuchte, in Form des Major Christensen, Burg. Ihm wurden die Pläne vorgelegt.

Viel später, denn erst im Jahr 1816, baten der Bürgermeister und der Rat der Seekapitäne den Leuchtfeuerinspektor flenne um ein Gutachten. Unstimmigkeiten in der Finanzierung und der Staatsbankrott verhalfen zu einem Stillstand in Sachen Hafen bis 1840.

Wie auch in den Jahren zuvor versandete der Hafen sehr schnell. und mußte bei Niedrigwasser von Hand gereinigt werden. 1840 lieh man sich endlich eine Modermaschine mit Kran und begann mit der Ausbaggerung des Haferls. Auch das Bollwerk wurde ersetzt. Bis 1854 blieb es denn auch:dabei. Ein Plan zur Vertiefung der Fahrrinne wurde von einem Kandidaten der Polittechik, Namens Grove, erarbeitet. Die Stadt Burg kaufte für diese Arbeiten eine Moddermaschine.
Bereits zwei Jahre später begannen die Arbeiten am Bollwerk (für diese Aufgaben war der Kaufmann Jacob Lafrentz zuständig), und am Jahresende konnte mit der Ausbaggerung begonnen werden (200 mal 80 Fuß und 7 1/2 Fuß Tiefe unter dem Wassernormalstand). Der ausgebaggerte Sand wurde zur Befestigung des Hafenbeckens verwendet. Mitte 1857 waren diese Arbeiten beendet. Eine Verlängerung des Beckens in den Binnensee wurde auch genehmigt. Finanziert wurde das Vorhaben durch eine Anleihe der Stadt von 3000 Talern welche innerhalb von 6 Jahren abzutragen waren.

Diese Anleihe war schon 1860 getilgt. Zwei Jahre später, im Jahr 1862, konnte man den Wasserbaudirektor Grove mit dem Entwurf eines Bauplanes zur Hafenerweiterung beauftragen. Drei Jahre später konnte dieser Schritt gewagt werden.

Weitere Vertiefungen des Hafenbassins und von Zeit zu Zeit notwendige Ausbaggerungen der Fahrrinne haben bis zum heutigen Tage den Hafen von Burgstaaken für den Handel, die Wirtschaft, den Verkehr und auch den Tourismus zu einem bedeutungsvollen Faktor für Fehmarn werden lassen. Um den wachsenden Bedürfnissen der Hafenbesucher gerecht zu werden gründeten im vergangenen Herbst 17. Gewerbetreibende den Gewerbeverein Hafen Burgstaaken e.V. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, eine optimale Belebung und Gestaltung des Hafens im Interesse aller Gäste und Gewerbetreibender zu ermöglichen. Die Mitglieder des noch jungen Vereins haben erkannt, dass in einer Gemeinschaft andere Ziele erreichbar sind. Bedingt durch ein Miteinander können alle Reserven eines Einzelnen voll ausgeschöpft werden. Schon in dieser Saison profitieren die Gäste vom Ideenreichtum der Vereinsmitglieder. Bereits nach Ostern findet am 30. April ein großer Fischmarkt am Hafen seine Verwirklichung. Ein buntes Treiben von Klein- und Einzelhändlern zieren an diesem Tag den Hafen und bieten kulinarisches und künstlerisches Geschick den Gästen an. Gleiche Veranstaltungen sind am 4. Juni und 3. September des Jahres geplant. Wer glaubt, der Hafen hat nicht mehr zu bieten, der täuscht. Im Verlaufe der letzten Jahre haben immer mehr ideenreiche Geschäftsleute den Hafen für sich entdecken können. Ob hungrige Radfahrer oder Spaziergänger, Heimkehrer eines Angelausfluges oder einer Hafenrundfahrt - von kulinarischen Köstlichkeiten in den Restaurants "Lotsenhus" oder "Zum goldenen Anker" bis hin zur "Kleinigkeit` im Hafenimbis und in der Fischereigenossenschaft. Keiner muß den Hafen mit leerem Magen verlassen. Auch in den späten Abendstunden kümmert sich das Team von der Haifischbar liebevoll um seine Gäste. Man könnte eigentlich sagen, wer den Hafen mit allen Attraktionen kennen lernen und genießen will, braucht mehr als einen Tag. Selbst die gemütliche Tasse Kaffee mit leckerem Kuchen werden dem Besucher nicht vorenthalten. Bei einem wunderbaren Blick auf die Hafensilhouette frischen Kaffee genießen, na ist das nichts? Das Café Kontor macht's möglich.
Was ist ein Hafen ohne Wind? Die leichte Briese, durchzogen mit frischem Fischgeruch und leichtem Salzgehalt. Viele Gäste der Insel, die das Meer lieben, jedoch nur ihren verdienten Urlaub hier verbringen sehnen sich Monate nach diesem einmaligen Flair.

Wem es dann doch zu frisch werden sollte dem wird im Fachgeschäft um alles Maritime "Balltic Kölln" schnell geholfen. Maritime Sportmode und Accessoires für jeden Geschmack und jede Größe sind schnell gefunden. Und schon kann der Bummel weitergehen. Verschiedene Shops mit einem breit gefächertem Angebot an Souvenirs und Accessoires helfen bei der Auswahl der richtigen Mitbringsel für den Rest der Familie daheim.

Der Spaziergang durch den Hafen kann für alle ein wahres Erlebnis werden. Noch heute ist der Hafen ein Hauptumschlagsplatz für Getreide. In der Erntezeit kann hier der gesamte Umschlag beobachtet werden. Für viele Großstädter ein Erlebnis.

Was ist ein Hafen ohne frischen Fisch? täglich können die einlaufenden Kutter beobachtet werden. Wer Lust auf etwas Abenteuer hat, sollte die zahlreichen Möglichkeiten nutzen, selbst auf hoher See Haken und Köder auszuwerfen. Ob Tagesfahrt, Wochenfahrt oder nur ein Kurztrip auf See - bestimmt ist für alle Interessenten etwas dabei.

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Texte: Meike Herborth, Karl-Wilelm Klahn, Corinna Schneider, Jan Schröter(Etition Temmen), Charlotte Schneider,.
Originaltexte wurden teilweise gändert.
Fotos: Stadtarchiv Burg und das Landesamt für Denkmalpflege

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Vom größten Kleiderbügel Europas

Die Enstehungsgeschichte der Fehmarnsundbrücke

oder . . . Insel trotz Brücke?

Mit Inbetriebnahme der Fehmarnsundbrücke am 30. April 1963 und der anschließenden Neubaustrecken von Eisenbahn und Straße erhielt die Insel Fehmarn die seit langem ersehnte, von Wind und Wasserständen unabhängige Verbindung mit dem holsteinischen Festland.

Als damals im Winter 1962/63 jeglicher Verkehr über den Sund zum Erliegen kam, zeigte sich besonders, welche Bedeutung dieser Verbindung beizumessen war und ist. Darüber hinaus ist die Überbrückung des rund 1.350 m breiten Fehmarnsundes als ein herausragendes Ereignis in die Verkehrsgeschichte Ostholsteins eingegangen. Die bis dato abseits der großen Verkehrswege liegende Insel erlangte mit der Eröffnung der Vogelfluglinie die Bedeutung eines Brückenkopfes im Verkehr mit den nordischen Ländern.

An diesem 30. April 1963 wurde die Eisenbahn-Sundfährverbindung eingestellt, deren Fährschiffe "Fehmarn" und "Schleswig-Holstein" mitsamt dem früheren Dampfschiff "Fehmarnsund" fast 60 Jahre lang Inselbewohner und Besucher sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Handelsgut aller Art, früher auch große Mengen an Vieh, sicher über den Sund befördert haben. Für die Bauarbeiten mußten mehr als 300.000 t Baustoffe, Geräte und Maschinen zur Insel transportiert werden. Die Fehmarnsundbrücke ist das Hauptstück der Vogelfluglinie, die mit ihren umfangreichen Bahnhofs- und Hafenanlagen, den Brückenbauten sowie den Neubaustrecken von Eisenbahnen und Straßen zu den größten Nachkriegsbauvorhaben Deutschlands und Dänemarks zählt.

Zu dem Eisenbahnprojekt gehörten auf deutscher Seite damals folgende Großbauvorhaben:

1. Eine 18 km lange eingleisige Hauptbahn Großenbrode-Puttgarden mit Umbau der Bahnhöfe Großenbrode und Burg.

2. Die 963 m lange Eisenbahn- und Straßenhochbrücke über den Fehmarnsund mit ihren 330 m und 110 m über die Ufer greifenden Brückenrampen.

3. Der Fährbahnhof Puttgarden mit über 22 km Gleisen und 145 Weichen.

4. Der Fährhafen Puttgarden

Außerdem wurde die Bundesstraße 207 (B 207), die bis dahin in Großenbroder Fähre endete, von Heiligenhafen ab neu gebaut und über die Sundbrücke (bis Puttgarden) geführt. Die Straßenverhältnisse im Raum Oldenburg verbesserten sich in dieser Zeit durch den Bau einer Umgehungsstraße. Die eingleisige Hauptbahn wurde von Großenbrode bis. Puttgarden um rund 18 km verlängert. Über die Insel verlaufen Bahn und Straße nebeneinander. Vom Fährbahnhof Puttgarden aus führt eine ca. 19 km lange Fährroute über den Fehmarnbelt nach Rödbyfähre, dem Fährbahnhof der dänischen Insel Lolland.

Den 1.350 m breiten Fehmarnsund überqueren Bahn und Straße auf der 963,40 m langen Fehmarnsundbrücke. Deren 23 m hohe Rampen greifen um 330 m vom Festland aus und 110 m von der Insel aus über die Ufer ins offene Wasser.

Für das in etwa dreijähriger Bauzeit errichtete Brückenbauwerk waren einschließlich Rampenbauten rund 50 Mio. DM aufzuwenden. Die Gesamtkosten für den Bau der Vogelfluglinie betrugen auf deutscher Seite 210 Mio. DM. Auf dänischer Seite wurden ca. 80 Mio. DM ausgegeben.

Die Fotos vom Brückenbau wurden uns vom damaligen leitenden Brückenbauingenieur Ludwig August, der heute in Münster/Westfalen lebt, zur Verfügung gestellt.

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