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Mythos
Harley Davidson |
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In ganz Deutschland warten sie Jahr
für Jahr auf das Startsignal- Samstags beginnt um 12 Uhr ein Frühschoppen auf dem
Markt, wo sich ein Ochse am Spieß dreht. Er wird zerlegt und Portionsweise
verkauft. Auf Wisser's Terrasse gibt es Spare Ribs, Steaks oder Muscheln. Die Harley-Fans sind weltweit wie eine große Familie.
Sie kennen fast jeden Namen der Maschinen, zum Beispiel "Herital
Costum", "Super-Glide" oder "Shovelhead", können
PS-Zahl oder Hubraum aufsagen. Nicht die Geschwindigkeit, sondern das
satte Brummen der Motoren und der blitzende Chrom ihrer Maschinen lassen
sie alles andere vergessen. Es gibt über 20 Auch so was gibt's am Rande des Harley-Treffens: Mit einem
Bobtail im Beiwagen rollten Biker vor den Laden vonFehmarn-0ptik am
Burger Markt. Frauchen und Herrchen suchten nach einer Schutzbrille
gegen Fahrtwind für ihren Viereiner. Optikermeister Günther
Kaninck schmunzelnd: "Auch für den Hund fanden wir was passendes..."
so selbstbewußt kann
nur einer auftreten: Harley Davidson. Kaum etwas vermittelt emotionaler
den Peter Fonda und Dennis
Hopper machten es 1969 in dem Kultfilm "Easy Rider" vor. Etwa
50.000 Deutsche leben diesen Traum heute nach. Wer eine Harley kauft,
wird für ein Jahr automatisch Mitglied bei der H.O.G., der Harley
Owners Group. Nach einem Jahr kostet die Mitgliedschaft dann eine Gebühr,
etwa 10.000 Deutsche Der Mythos Harley
lebt, mehr denn je. Gegründet kurz nach der Jahrhundertwende im
Jahr 1903, steuert das Unternehmen stolz auf den einhundertsten Geburtstag
zu. Durch manchen geschäftlichen Sturm mußten die Schrauber
aus Milwaukee gehen. Als die Japaner mit Macht auf den harley Davidsonamerikanischen
Markt drängten, verfügte Ronald Reagan ruck, zuck einen fünfprozentigen
Einfuhrzoll. Aber auch eine konsequente Kundenorientierung brachte viele
Fans zurück. Zum Beispiel besuchten die Chefs persönlich Harley-Treffs,
hörten sich die Wünsche der Biker an und setzten diese um. Harley-Fahrer sind Genießer. Sie rasen nicht über die Autobahnen, sondern sitzen ganz entspannt auf ihrer Maschine, lässig zurückgelehnt, einen Integralhelm verschmähend - aber natürlich nicht Helmlos - und rollen über staubige Landstraßen. Der Durchschnittskunde zählt zu den etwas gesetzteren Jahrgängen um die 40 mit einem respektablen Einkommen von 65.000 Dollar. "Sahen so ihre Jugendträume aus?" fragt geschickt eine Harley-Werbung und zeigt einen in die Pflichten des Alltags eingebundenen Menschen. Nein, natürlich nicht, aber ausbrechen geht auch nicht mehr so richtig. Ein bißchen zumindest hilft Harley-Fahren dabei, denn eine Harley kommt einfach nicht aus der Mode. Harley-Boss Teerlink brachte es auf den Punkt: "Wir sind billiger als die Couch beim Psychiater."
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