Inselkarte
St. Nikolai zu Burg

 

St. Nikolai zu Burg.

Am Ende der Breiten Strasse, gut einen Meter über dem Straßenniveau liegt der Kirchplatz mit dem Friedhof. Eine Gotische Inschrift an der Außenseite stammt aus dem Jahre 1425 und berichtet vom Bau des Chorraumes, aber das kann heute kaum einer mehr lesen.

Die St.Nikolai-Kirche zu Burg ist alles in allem eine schlichte und doch besondere Kirche. Da man von keiner der Kirchen auf Fehmarn das genaue Baujahr mehr weiß und bei der St Nikolai Kirche nur noch bekannt ist das diese in den 30 er Jahren des 13.Jh. Erbaut wurde hat man einfach für die St. Nikolai Kirche die 750 Jahrfeier in das Jahr 1988 gelegt. Besondere Jahreszahlen brauchen eine besondere Feier.

Mehrere Bauperioden, 3 Stück an der Zahl, habe die Kirche geprägt, der älteste Teil wird in die Zeit zwischen Romantik und Gotik datiert.Kirche BurgWährend des zweiten Bauabschnittes im 15.Jh. wurde damals die Kirche verbreitert und Anfang des 16. Jh. im dritten Bauabschnitt wurden mehrere Anbauten vorgenommen, wozu die heutige Sakristei zählt die früher einmal als Leichenhaus (Likhus) diente.

Man kann unschwer an der kompakten Bauweise sehen daß diese Kirche für den Norden gebaut ist. Eigentlich wollte man so um 1515 einen richtigen Glockenturm bauen, so einen wie er heute an der Petersdorfer Kirche zu sehen ist. Hoch mit einer schlanken Spitze. Leider aber hat das etwas rauhe Klima hier im Norden sich als ungeeignet herausgestellt. Am 3.11.1760 reduzierte ein steifer Nordweststurm den etwas zu filigran gebauten Kirchturm, indem er seine Kraft bewies und den Turm einriß. Zwar ist der heutige Kirchturm in seiner Barocken Bauweise ca. 20m. höher als der Vorgänger, aber man kann sagen er wurde für die Ewigkeit gebaut. Auf jeden Fall hat er bis heute jedem Sturm standgehalten.

Wie es sich für einen Glockenturm gehört beherbergte er drei Bronzeglocken, von denen aber nur noch eine mit Namen "Marie Magdalene" übrig geblieben ist. Die anderen wurden im 1. Weltkrieg wie viele Ihrer Art abgehängt, eingeschmolzen und zu Kugeln bzw. Kanonen verarbeitet, und das alles im Namen des Vaterlandes. Im Jahre 1920 bekam St. Nikolai dann als Ersatz zwei Glocken aus Stahl, die dann den 2. Weltkrieg überstanden haben. Zum guten Schluss aber, im Jahre 1956 wurden die beiden Stahlglocken wieder durch zwei Bronzeglocken ersetzt. Eine der damaligen Stahlglocken steht neben dem Kirchturm auf der Erde und die andere kann man bei Hamburg in der Kirche von Neuengamme hören.

KirchenschiffBeim Eintritt in die Kirche ist man überrascht von dem langen Blick durch das Kirchenschiff bis hin zum Hauptaltar aus dem 14. Jhd. Dieser ist Flügelaltar in Burgeine Gotische Schnitzarbeit aus den Jahren 1350 bis 1400. Auch die Kanzel ist eine besonders wertvolle Schnitzerei im Stile des holländischen Barock und trägt den Namen "Madonna auf der Mondsichel". Wahrscheinlich ist das Bronzetaufbecken in Form eines Pokals ist das wertvollste Stück. Es ist eigentlich Bronzetaufbeckenaus Schweden stammend und eine Stiftung. Man kann es unschwer an der Inschrift am Rand erkennen: "Im Jahre 1391 gab mir diese Taufe Beno Korp, Bischof von Arosia". Nur, warum diese Taufe in Fehmarn und nicht in Schweden steht lies sich bis heute nicht ergründen. Etwas Besonderes ist auch die darüber hängende Hansekogge, ein Votivschiff und die mächtige Orgel die früher einmal in Glückstadt stand, aber gegen 1940 nach Fehmarn verkauf wurde stammt aus den Jahren 1662 - 64.

Aber ich will nicht alles verraten, denn so kann man auch noch einiges selbst erkunden und das ist nicht gerade wenig bei der Geschichte dieser Kirche.