Inselkarte
St. Johanniskirche

 

St. Johannis zu Petersdorf.

Alle vier Kirchen sind geschichtliche, geistliche und historische Landmarken der Insel.

Ganz besonders gilt dies für die St. Johanniskirche in Petersdorf, dem Hauptort Westfehmarns. Ihr Turm, der mit 64 Metern Höhe weithin sichtbar ist Kirche  Petersdorf die höchstewurde schon im 16.Jh. von der Schifffahrt als Tageslandmarke benutzt. Durch seine, für Inselverhältnisse enorme Höhe ist er bis zu 20 Seemeilen weit sichtbar. Damals richteten sich die Kapitäne nach dem Stand des Kirchturms aus um sicher durch den Belt und Sund zu segeln. Auch heute wird der Kirchturm zur Land- und Seevermessung als trigonometrischer Punkt benutzt.

Auch diese Kirchturmspitze wurde erst nach dreimaligem Anlauf fertig gestellt. Im Jahre 1559 brannte der Glockenstuhl ab. 1566 geschah in Petersdorf das gleiche das auch Jahre später dem Kirchturm in Burg passierte, ein Sturm zeigte seine Stärke und riß den Kirchturm ein.

Spötter sagen, daß falls einmal der Kirchturm umstürzt, würde er, egal in welche Richtung er auch fallen würde, mit Sicherheit über die Ortsgrenze von Petersdorf hinausragen.

Nun ich kann alle Touristen beruhigen, das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht passieren. Denn seit 1567 bereits hält der heutige Kirchturm allen Naturgewalten stand. Aber zeigt es doch wieder einmal den trockenen Humor der Fehmarneraner.

Erbaut wurde die Kirche etwa um 1245 nach Chr. zurzeit als der dänische König Waldemar II Die Insel beherrschte. Zu Anfang St Petrus gewidmet, was aber im 15.Jh. durch Lübecker Bauherrn die eine Erweiterung durchführten geändert wurde und danach St. Johannis gewidmet.

Sehenswert ist im Innern der Kirche das gotländische Pokalförmige Taufbecken aus Sandstein. Es wird auf das Jahr "1280" datiert. Der darüber hängende Taufdeckel ist eine Stiftung aus dem Jahre 1779. Im Sonnenlicht, das durch die hohen Fenster einfällt bilden Taufe und Deckel eine Stimmungsvolle Einheit. die Überlieferung besagt das in der Nacht zu Ostern das Taufbecken gefüllt wurde und sollte dann das Ganze Jahr ausreichen.

Im weiteren Innenraum sind der Gotische Dreiflügelaltar der im Jahre 1390 von dem Baumeister Bertram erschaffen wurde. Im 15. Jhd. kam dann die hölzerne Kreuzgruppe und die Renaissancekanzel eine Besichtigung wert. Auch einige gestiftete Bilder und Handgeschnitzte Holzepitaphen reicher Femahmaraner sind zu bewundern.

Während der Sommermonate finden des Öfteren am Abend Konzerte statt, denn die Kirche hat nicht nur eine beeindruckende Akustik sondern beherbergt auch eine Marcusen-Orgel, ein vorzügliches Instrument. Dies wiederum veranlaßt immer wieder einige (renommierte) Künstler auf der, auf 33 Register erweiterten Orgel, die eine oder andere Darbietung zu bringen. Sehr zur Freude der Besucher.

Was man leider vom Boden aus nicht genau erkennen kann, ist der kreisförmige Ring aus Bäumen die um die Kirche gepflanzt wurde. Schön wäre deshalb ein Blick vom Kirchturm, was aber leider nicht möglich ist.