Inselkarte
Leuchtfeuer
Marienleuchte

Marienleuchte

das älteste Leuchtfeuer auf Fehmarn.
- altes und neues Feuer -

Nachdem ab 1819 das erste dänische Dampfschiff zwischen Kopenhagen und Kiel eine wöchentliche Verbindung herstellte, wurden Leuchtfeuer auf Fehmarn wichtiger denn je. Im Frühjahr 1832 wurden die Gelder bewilligt, und schon wenige Monate später war das markante Gebäude nahe des Puttgardenriffs fertiggestellt.
Welche Bedeutung dieses Ereignis für Dänemark hatte, lässt sich daran erkennen, dass der Turm auf königlichen Befehl von Frederik VI. nach seiner Gattin Königin Marie Sophie Frederike den Namen Mariefyr tragen und an ihrem 55. Geburtstag am 28. Oktober 1832 erstmalig gezündet werden sollte.
Ob das Königspaar tatsächlich anreiste oder »nur« hochrangige Vertreter der Krone an dem Ereignis teilnahmen, ist in verschiedenen Quellen widersprüchlich formuliert. Überliefert wird jedoch, dass die Fehmarner angesichts des Feuerwerks zur feierlichen Einweihung Furcht bekamen und glaubten, das neue Gebäude selbst würde abbrennen.
Bei dem alten Leuchtfeuer handelt es sich um einen quadratischen Turm mit Plattform und Laterne, der von zwei fünfachsigen, eingeschossigen Flügeln flankiert ist. Der von den Dänen oft benutzte gelbe Backstein diente als Baumaterial.

1864 wurde die Insel durch den Deutsch-Dänischen Krieg preußisch, und auch zu dieser Zeit blieb die Marienleuchte, wie der Turm jetzt hieß, noch einige Jahre lang der einzige Leuchtturm auf der Insel (das änderte sich ab 1872). Immerhin wurde 1879 ein Fresnelscher Linsenapparat mit Blinkfeuer installiert.

Die Pläne zum Bau der Vogelfluglinie als Direktverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen brachte große Veränderungen für die Insel mit sich.
In den 1950er-Jahren begann man mit der Verwirklichung der bereits jahrezehntelang in den Schubladen liegenden Pläne zum Bau einer festen Brücke über den Fehmarnsund und einer großen Hafenanlage in Puttgarden, die den Fährhafen Großenbrode ablösen sollte.
Der neue Hafen entstand nur wenige hundert Meter nördlich der Marienleuchte, die ihrerseits dafür navigatorisch ausgebaut werden sollte. Dem nun aber bereits über 130 Jahre alten Gebäude war das aber nicht mehr zuzumuten, so dass in wenigen Metern Entfernung 1963 ein neuer Leuchtturm in moderner Bauweise entstand, der auch den Namen Marienleuchte übernahm.

Das Feuer des alten Turms wurde daraufhin nicht mehr benötigt und abgeschaltet. Während sich rund um die beiden Türme allmählich eine kleine Feriensiedlung etablierte, die ihrerseits Marienleuchte als Ortsbezeichnung übernahm, verfiel das alte Gebäude in den kommenden 40 Jahren zusehends.
Starke Denkmalschutzbestimmungen verhinderten eine anderweitige Nutzung, obwohl es seitens des Bundes durchaus Verkaufsabsichten gab. Erst in jüngerer Zeit hat das Gebäude wiederum den Besitzer gewechselt.

Eine Anmerkung in eigener Sache:
Es ist ein Jammer zu sehen, wie dieses prachtvolle Gebäude zunehmend verfällt. Ein Leuchtturmmuseum oder ein ähnliche Nutzung mit maritimen Charakter würde nicht nur der Insel Fehmarn gut zu Gesicht stehen, sondern endlich auch dem Gebäude und dem herrlichen umgebenden Parkgrundstück eine neue Perspektive bieten. Die drastischen Denkmalschutzbestimmungen haben allerdings manchen Investor, der in dieses Objekt Geld stecken wollte, wieder vergrault. Interessenten sind vorsichtig geworden: Die Diskussion um eine künftige feste Querung des Fehmarnbelts mit Brücke und/oder Tunnel würde den Bau einer Tunnelmündung oder eine Rampe in unmittelbarer Nachbarschaft zur Folge haben. Kein Wunder also, wenn hier allerorten Zurückhaltung bei Investitionen geübt wird.

Heute steht dieser Turm unter Denkmalschutz und wird durch den neuen, 33 m hohen rot / weissen Leuchtturm ersetzt. Gerade für die Fährverbindungen der Vogelfluglinie zwischen Dänemark und Fehmarn ist dieser Turm von besonderer Bedeutung.

Auf dem Grundstück befindet sich alter Baumbestand.

Die Flächen des Leuchtturmgrundstücks liegen in hervorragender, unverbaubarer Lage an der Ostsee, sowie in der Nähe des Fährhafens Puttgarden. Das Flurstückgrenzt unmittelbar an den Ostseestrand.
Der Ausbau der Autobahn bis Heiligenhafen wird zur Zeit hergestellt. Bahnanschluß und ein Hafen befinden sich in Puttgarden.
Das Gebiet gehört zum Kieler Verkehrsverbund. Ab Puttgarden bestehen Busverbindungen nach Oldenburg, Eutin, Plön und Kiel.

In der Südostecke befindet sich ein Baugrundstücksteil von ca. 1.400 m2.

Vom Turm des Leuchtfeuers und von der großen Liegewiese zeigt sich ein ungewöhnlich schöner Ausblick auf die Ostsee bis nach Dänemark.

Wappen der Dänischen Königin

 

Typisch für dänische Leuchttürme: Insignien des Königs Frederik VI.

An der Südostfront des Turmes befindet sich noch das dänische Königswappen.

 

 

Eine alteDarstellung aus dem Jahre 1838 zeigt die Notwendigkeit dieses Feuers:
Eine Sandbank "Roter Sand" ragt von Lolland und Falster so weit in den Fehmarnbelt hinaus, daß die Schiffe sich nahe an das niedrige Fehmarn halten müssen, dort aber in Gefahr geraten können, durch die Strömung auf das "Puttgardener Riff", eine 4 km lange und 700 breite Sandbank, gesetzt zu werden, die sich so steil von der Tiefe abhebt, daß durch Lotungen mit dem Senkbeil besonders nachts die Gefahr nicht erkannt werden kann.


Unser Bild zeigt das alte Leuchtfeuer und im Hintergrund den neuen Leuchtturm Marienleuchte.

Die Laterne der Marienleuchte, aufgenommen vom neuen Leuchtturm aus.
Nebengebäude der Marienleuchte.

 

 

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Geographische Lage
WGS 84 Koordinaten:
54°29.698' nördliche Breite
11°14.293' östliche Länge
Baujahr: 1964
Baumaterial: Stahlbeton / mit Glasalplatten verkleidet
Turmhöhe: 33,1 m
Lichtpunkthöhe: 39,6 m

Allgemeines:

Das Leuchtfeuer diente der Schifffahrt im Fehmarnbelt als Orientierungsfeuer. Da eine erforderliche Erhöhung des Turmes wegen des schlechten baulichen Zustandes nicht möglich war, wurde 1964 nördlich des alten Turmes ein schlanker 33 m hoher Stahlbeton-Leuchtturm errichtet, der zusätzlich einen roten Warnsektor für den Fähr-Querverkehr der Vogelfluglinie zeigt.

Beschreibung:

Rot-weiß waagerecht gestreifter Turm aus Stahlbeton, der zusätzlich außen zum Schutz vor Witterungseinflüsse mit Hartfaserplatten verkleidet wurde. Aufgrund seiner geographischen Lage wurde das Leuchtfeuer mit einer drehbaren Linsenleuchte in Verbindung mit einer gedoppelten Osram- Lampe, TYP HQJ - T 400 W /230 V, mit der Kennung Blz (4) w. r. Wiederkehrzeit 15 s ausgerüstet.
Mit der erzeugten Lichtstärke von 722250 Candela wird eine Tragweite des Feuers bei Sigma 0,4 für die roten Warn- und weißen Orientierungssektoren von 7,6 - 8,9 sm erreicht.
Die Stromversorgung erfolgt aus dem öffentlichen Netz. Ein Dieselaggregat dient als Notstromversorgung. Die Fernüberwachung des Leuchtfeuers wird durch die Verkehrszentrale in Travemünde wahrgenommen.