Fehmarns Krone

Das Nordseelied & das Fehmarnlied
"Wo de Nordseewellen . . . ". wurde an der Ostsee geschrieben

 

 

"Wo de Ostseewellen trecken an den Strand"
schrieb eine Pommerin !

Von Karl-Wilhelm Klahn


Der hier wiedergegebene Urtext des als "Nordseelied" umgemodelten einstigen Gedichtes schrieb die mit Ostseewasser getaufte und auf der vorpommerschen Halbinsel Zingst aufgewachsene Martha Müller-Grählert, die das Büchlein schrieb "Plattdüütsche Gedichte und Schelmenstücke" von 1928.

Mine Heimat

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,

Wo de geie Ginster bleugt in 'n Dünensand,

Wo de Möven schriegen grell in't Stormgebrus;

Da is mine Heimat, da bün ick tu Hus.

Weil und Wogenrauschen wir min Wiegenlied,

Un de hohen Dünen segn min Kinnertied,

Segn uck mine Sehnsucht un min heit Begehr,

in de Welt tau fleigen oewer Land un Meer.

Woll hät mi dai Leben dit Verlangen stillt,

Hät mi alles geben. Hat min Herz erfüllt'.

Alles is verswunnen watt mi quält un drev;

Hev dat Glück nu funnen, doch die Sehnsucht blev !

Sehnsucht nah dat lütte, kahle Inselland,

Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,

Wo de Möven schriegen grell int Stormgebrus,

Denn da is mine Heimat, da bün ick tu Hus.