Fehmarns Krone
Eine kleine Plattdütschkunde

Plattdeutsch ist eigentlich Landessprache im Norden und auch auf Fehmarn.
Wenn sie über die Insel bummeln und irgendwann mit Einheimischen ins Gespräch kommen, was hier gar nicht so schwer ist denn die Fehmaraner sind sehr aufgeschlossen und nicht wie so vielerorts behauptet wird sogenannte Norddeutsche Sturköppe - ganz im Gegenteil.

Nun, bei so einem Gespräch mit einem Einheimischen, wird der eine oder ander plattdeutsche Ausdruck ins Gespräch kommen und damit Sie, wenn Sie dieser Ausdrucksweise nicht mächtig sind trotzdem verstehen können was denn nun gemeint ist wollen wir Ihnen hier ein paar dieser typischen plattdeutschen Worte einmal erklären:

alns kloor alles klar (Sehr beliebt als Gesprächseröffnung und als Gesprächsabschluß - auch wenn gar nichts klar ist.)
Bangbüx "Angsthase" (Nicht ganz vorurteilsfreie Einschätzung von Touristen, die das erste Mal in der vielleicht noch kühlen Ostsee baden oder zum ersten Mal eine Schiffsreise machen.)
dit und dat "dies und das" (Ausdruck für Krimskrams. Beliebt auch für Sammlungen von Dööntjes (s.d.) oder als Geschäftsbezeichnung für kleine Kramläden.)
Dösbaddel Dummkopf (Bezeichnung für Personen, die sich etwas schwer tun und deren Handlungsweise nicht gerade von Klugheit zeugt.)
Dööntjes Kleine Geschichten, Witze, Anmerkungen
Drönbüdel Langweiler (Bezeichnung für einen nicht gerade flinken, wenig unterhaltsamen Menschen.)
dumm Tüch dummes Zeug, Quatsch
Farken Ferkel (Gutmütig gemeintes Schimpfwort auch "Pottfarken" = "Schmutzfink")
Futteraasch Proviant (Auf richtige Aussprache achten Futte-raasch!)
füünsch wütend, aufgebracht
fuurts schnell, sofort (Ohne jede weitere Bedeutung
Gooden Dag Guten Tag
hoegen freuen (Stilles, mehr innerliches Freuen, nicht ganz ohne Schadenfreude.)
Hol di stief "Kopf hoch"
Huulbessen Staubsauger (Wörtlich: Heulbesen)
klamüstern austüfteln, über etwas nachsinnen
Klönschnack So ein Richtig nettes Gespräch ohne besonderes Thema, einfach so.
Klookschieter Besserwisser, "Klugscheißer" (Er weiß einfach immer alles besser und wird darum nicht für voll genommen.)
Kiek mol wedder in Schau mal wieder rein (herzlich gemeinte widder in! Aufforderung nicht nur an Touristen, schleswig-holsteinische Gastlichkeit auch in der Wiederholung kennenzulernen.)
Kusen-Doktor Zahnarzt
melanklüterig melancholisch (Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob jemand melancholisch guckt oder melanklüterig. Den Unterschied bitte selbst herausfinden!)
moin-moin Besonders an der Westküste Schleswig-Holsteins gebrauchter, allseits verwendbarer Tagesgruß (moin-moin sagt man auch abends um 22.°° Uhr)
Pannkoken Na, das hätten Sie auch selbst gewußt: "Pfannkuchen"
Pennschieter Pfennigfuchser
plietsch gewitzt, schlau (Immer sehr anerkennend: plietscher Jung, plietsche Deern.)
mok dat klor "mach das klar" (Sehr verbindlich gemeinte Aufforderung, eine Sache, die nicht in Ordnung ist, in Ordnung zu bringen.)
schietig dreckig
töv mal "warte mal", Halt
tüddeln

Eine Sache nicht richtig anfassen, nicht damit fertig werden, eben "herumtüddeln"

Tüderbüdel

kaum zu übersetzen (Jemand, der alles langsam und umständlich macht, mit einer Sache nicht so recht fertig wird.)
tüdern ähnlich wie tüddeln, aber auch: Nicht ganz die Wahrheit sagen.
Tühnkram auch "dumm Tüch" (s.d.) Unsinn verbiestern verirren
Wo geiht (di dat)? Wie geht's? (Beliebte Gesprächseröffnung, wenn man sich irgendwo trifft
wi snackt platt wir sprechen platt (Beliebter Autoaufkleber. Sie könne aber nicht sicher sein das Ihnen der Fahrer dieses Wagens noch mehr über das Plattdeutsche beibringen kann
Komm rin un snack di ut, geh rut un hol dien snut !

Beliebeter Spruch über der Eingangstür vom Wohnzimmer oder Lokal : "Komm rein und sprich dich aus, geh raus und halt deinen Mund"

Wir erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit des Plattdeutschen Vokabulars !!!